DELMENHORST - Die Geschichte, die der griechische Komödiendichter Aristophanes geschrieben hat, ist über 2000 Jahre alt – und bleibt doch aktuell: Männer führen Krieg, ihre Frauen wollen ihn beenden. In Athen spielt das pazifistische Stück „Lysistrate“, benannt nach der Anführerin der griechischen Frauen. Diese, eine humorvolle, selbstbewusste Frau, überredet ihre Freundinnen, so lange in den Ehestreik zu treten, bis die Männer den Krieg beenden. Sie besetzen gemeinsam die Akropolis und verweigern sich fortan sexuell ihren Gatten, stacheln sie aber bis zum äußersten erotisch auf. Auf der Gegenseite, in Sparta, veranlasst Lampito ähnliches. Die daraus entstehenden männlichen Nöte sollen helfen, den Frieden durchzusetzen. Nachdem die Frauen auch noch die Staatsbank besetzt haben, fehlt den Männer außerdem das Geld zum Kriegführen.

Nach einigen komischen Verwicklungen und Rückschritten – auch die liebestollen Frauen haben Probleme, konsequent zu bleiben und versuchen, die Burg in Richtung Männer zu verlassen – führt der Liebesentzug tatsächlich zum Erfolg. Da auch die Männer der Gegenseite unter den selben Entzugserscheinungen leiden, kommt es endlich zum Friedensschluss.

Aristophanes (etwa 448 bis 385 v. Chr.) hat mit „Lysistrate“ das erste „Frauenstück“ der Weltliteratur geschrieben, es gilt als das beste unter den Stücken, die von ihm erhalten geblieben sind. Geschrieben hat der Dichter das Theaterstück 411 v. Chr., als der Peloponnesische Krieg zwischen Athen und Sparta bereits etliche Jahre andauerte.

Bearbeitet ist das Stück, das an Silvester zweimal im Kleinen Haus aufgeführt wird, von Susanne Wolf und Thomas Stroux, der auch Regie führt. Live gespielte musikalische Zitate – von Schlagern bis zu Operettenmelodien – sorgen mit für Aktualitätsbezug.

Für beide Vorstellungen, um 16 und um 19.30 Uhr, gibt es noch Karten.