DELMENHORST - DELMENHORST/MV - Mit Verwunderung hat die Stadtverwaltung auf Vorwürfe reagiert, nach denen sie nicht auf ein Angebot des Tierpflegers Thomas Riesmeier geantwortet habe, der im Notfall mit einem Narkosegewehr anrücken will, um Tiere zu betäuben. Nur einen Tag, nachdem dieses schriftliche Angebot bei Amtstierarzt Dr. Garrel eingegangen sei, habe dieser - wie von Riesmeier vorgeschlagen - die Polizei informiert, erklärte der stellvertretende Stadt-Pressesprecher Christoph Schabler. Danach informiert die Polizei den bei Dötlingen wohnenden Tierpfleger bei Bedarf.

Heidi Scharfscheer, Vorsitzende der Tierschutzpartei in Delmenhorst, hatte bemängelt, dass die Stadtverwaltung sich nicht mit Riesmeier in Verbindung gesetzt habe. „Zwischenzeitlich haben wir sehr wohl mit der Ehefrau von Herrn Riesmeier telefoniert“, erklärte Schabler gestern . Herr Riesmeier sei deshalb sehr wohl über die Annahme seines Angebotes unterrichtet worden.

Für den Fall, dass Riesmeier im Notfall nicht einsatzbereit ist, steht ein zweiter Helfer bereit, der ebenfalls über die erforderliche Qualifikation verfügt. Dabei handelt es sich um einen bei der Bremer Bereitschaftspolizei in Vegesack stationierten Bereitschaftspolizisten.

Das Vorhalten und Führen eines Narkosegewehrs ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Nachdem im August ein entlaufener Hund in Delmenhorst von Polizisten verfolgt, von einem Streifenwagen überfahren und schließlich durch Schüsse getötet worden war, forderte die Tierschutzpartei die Stadt auf, ein Narkosegerwehr anzuschaffen. Dies war jedoch nach eingehender Diskussion im Fachausschuss für Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr mit Mehrheit abgelehnt worden.