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NWZonline.de Region Delmenhorst

„Eine gute Partei für Deutschland finden“

21.09.2017

Delmenhorst „Einige Schüler kommen aus Ländern, in denen keine Demokratie herrscht“, sagt Klassenlehrerin Andrea Terwolbeck-Maasoumy. Die Pädagogin hat seit den Sommerferien eine Berufseinstiegsklasse übernommen. Ein Großteil der Klasse besteht aus Geflüchteten. Sie sollen mit der Juniorwahl ein Gefühl für Demokratie bekommen. Die jungen Männer kommen aus Afghanistan, Syrien sowie der Türkei und leben seit ein bis zwei Jahren in Deutschland. Sie sind zwischen 17 und 20 Jahren alt.

Die Juniorwahl

Die BBS II Delmenhorst veranstaltet vom 18. bis zum 22. September die Juniorwahl, die bundesweit an Schulen abgehalten wird. Rund 3200 Schulen und eine Millionen Schüler nehmen teil. Wegen der anstehenden Bundestagswahl wird an vielen Schulen dieses Thema besprochen und unterrichtet. Die Schüler haben während des Unterrichts Zeit, einen Wahlakt nachzustellen.

Das Hauptziel der Juniorwahl ist es, einen Beitrag zur politischen Sozialisation von Jugendlichen zu leisten. Das Projekt möchte Schülerinnen und Schüler an Prozesse der demokratischen Willensbildung heranführen und sie auf die Wahlen vorbereiten.

Viele geflüchtete Schüler der Berufseinstiegsklasse der BBS II Delmenhorst lernen in diesem Jahr das politische System Deutschlands und das Verständnis einer Demokratie kennen.

Mehr Infos unter

Mehr Infos unterwww.juniorwahl.de

„Es ist für alle eine neue Erfahrung. Wir haben uns im Vorfeld den Wahlzettel angeguckt und dann die Aufgaben verteilt, um die Wahl nachzustellen. Die Schüler haben das super gemacht“, lobte Terwolbeck-Maasoumy ihre Klasse. Die Teilnahme sei wichtig für die Integration. Mit der nachgestellten Bundestagswahl soll Schülern die Wertschätzung des demokratischen Systems vermittelt werden. Laut der Begleitstudie der Juniorwahl 2016 der Hochschule Magdeburg bewerteten muslimische Schüler ihre Erfahrungen bei der Juniorwahl sogar positiver als andere Schüler.

Alle Schüler der BBS II haben an der Juniorwahl teilgenommen. Nun heißt es auf das Ergebnis der Abstimmung der Jugendlichen zu warten. Im Klassenzimmer besprechen die Geflüchteten mit ihrer Lehrerin die Erfahrungen. Fast jeder der jungen Männer möchte einen Beitrag zur Gesprächsrunde leisten. „Wir müssen eine gute Partei für Deutschland finden. Ich fand die Erfahrung gut, dass wir jetzt wissen, wie man wählen kann“, sagte Shafizullah Azizi. Sein Klassenkamerad Muhammad Reza Ghulami kam nicht umhin sich vorzustellen, wie eine Bundestagswahl in seiner Heimat Afghanistan abgelaufen wäre. „Das war neu für mich. In meinem Land bräuchten wir zu viel Polizei um die Wahl zu sichern.“

Ein Schüler, der gebürtig aus Syrien kommt, spricht über freie Meinungsäußerung. Wenn ein Bürger in Syrien seine eigene Meinung äußere, bedeute dies unter Umständen Gefängnis. „Da kommt man so schnell nicht mehr heraus.“ Abdul Alsaleh, ebenfalls Syrer, ergänzt: „Die Machthaber tun so als ob das Land eine Demokratie wäre, die es aber nicht gibt.“

Tatiana Gropius
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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