Delmenhorst - Aerosole sind Treiber der Pandemie. Diese Erkenntnis hat sich mittlerweile über wissenschaftliche Kreise hinaus herumgesprochen. Doch wie sich diese Aerosole bewegen und wie man sie einhegen kann, darüber sei das Wissen noch sehr begrenzt, meint zumindest Gary Zörner. Der Geschäftsführer des Labors für chemische und mikrobiologische Analytik (Lafu) in Delmenhorst beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Aerosolen und wurde zum Beispiel während der Ehec-Pandemie von 2011 zurate gezogen.
Der öffentliche Online-Vortrag beginnt an diesem Donnerstag, 3. Juni, um 20 Uhr. Im Rahmen der Reihe „Donnerstag ist VHS-Tag – Gemeinsam durch die Pandemie“ veranstaltet die Volkshochschule Delmenhorst seit Jahresbeginn ein virtuelles Vortragsprogramm. Die Teilnahme an den Vorträgen kann unter www.vhs-delmenhorst.de gebucht werden. Anschließend erhält man die Zugangsdaten.
Hygiene ist ein Anfang
Dass wir heute in Zeiten einer Pandemie verstärkt auf Hygienemaßnahmen achten, dass Schutzmasken getragen werden und über die Anschaffung von Luftfiltern für Schulhäuser debattiert wird, ist für Zörner zumindest ein Anfang. „Wir wollen mit unseren Vorträgen aufklären. Das ist immer eine Reise zur eigenen Wahrnehmung unsichtbarer Gefahren“, sagt er. Im nächsten virtuellen Vortrag aus der Reihe, die das Lafu gemeinsam mit der Volkshochschule Delmenhorst (VHS) veranstaltet, wird es um jene Thematik gehen. Gemeinsam mit seiner Kollegin Ann-Kathrin Seiz wird Zörner unter dem Titel „Infektionsschutz und Hygiene im Hinblick auf Sars-CoV-2 (Coronavirus) und Covid-19 in Innenräumen und im Freien unter Einbeziehung gesellschaftlicher und psychologischer Aspekte“ das große Ganze in den Blick nehmen.
„Gefahren ausblenden“
Zörner ist überzeugt, dass die Menschheit viel zu wenig über ihre eigene Umwelt weiß. So verhält es sich auch mit der gegenwärtigen Pandemie. „Die Psychologie hat herausgefunden, dass die Menschen sehr gut filtern und Gefahren einfach ausblenden können, wenn sie das eigene Ego erschüttern. Dann wird einfach ausgeblendet, was schlimm oder schmerzhaft oder quälend sein könnte.“ Und dazu gehören auch unsichtbare Gefahren, die über die Ansteckungsgefahr von Coronaviren hinausgehen, zum Beispiel Schimmel, Radioaktivität, Asbest oder die Auswirkungen des Klimawandels.
