Delmenhorst - Bald beginnt die Unterschriftensammlung: Bettina Janßen von der örtlichen Aktionsgruppe des niedersächsischen Volksbegehrens „Artenvielfalt. Jetzt!“ erinnert an den Wert einer intakten Natur und fordert ein Umdenken vor allem in der Landwirtschaft.

Wie im kürzlich von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Beate Jessel, vorgestellten „Bericht zur Lage der Natur“ sei die Natur in Deutschland in keinem guten Zustand. Vor allem die Landwirtschaft mit ihrem zunehmenden Anteil an Monokulturen und hohem Pestizideinsatz sei verantwortlich für den immer weiter schwindenden Lebensraum für Insekten und Vögel.

„Wir müssen aber nicht tatenlos zusehen. Das Volksbegehren ,Artenvielfalt. Jetzt!‘ will Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen besser schützen und hat dazu ein Gesetz vorgelegt für mehr Natur- und Artenschutz. Denn nur mit gesetzlichen Regelungen wird sich auch etwas ändern. Ab Anfang Juni geht es los, dann werden wir auch hier vor Ort Unterschriften sammeln“, sagt Janßen. Besonders wichtig sei ein Umdenken bei der Produktion von Nahrungsmitteln – weg von der industriellen Großproduktion hin zu mehr Ökolandbau.

„Es braucht mehr Vielfalt in der Landschaft mit mehr Hecken, Blühflächen und Feldgehölzen sowie breiteren Gewässerrandstreifen, auf denen nicht gedüngt oder gespritzt werden darf“, sagt Janßen. „Es gilt, nachhaltiges Bewirtschaften zu fördern, Umweltmaßnahmen in der Landwirtschaft müssen belohnt und bei Nutzungseinschränkungen auch finanziell entschädigt werden.“ Ein wichtiger Baustein sei hier die auch von der Umweltministerin genannte EU-Agrarförderung, die gerade neu verhandelt wird.