DELMENHORST - DELMENHORST/MV - Die Stadt ist seit dem vergangenen Wochenende überraschend wieder mit einer SPD-Abgeordneten im Landtag vertreten. Bürgermeisterin Swantje Hartmann zieht am 1. November in das Parlament ein. „Damit hatte ich selbst nicht gerechnet“, sagte die 33-jährige Politikerin. Der Sieg des bisherigen Landtagsabgeordneten Manfred Nahrstedt in der Stichwahl zum Landrat des Landkreises Lüneburg sei „keine sichere Bank“ gewesen. Dieser Wechsel hat ihr den Einzug in den Landtag beschert.
Am Wahlabend galt das Interesse Swantje Hartmanns vorrangig der Stichwahl zwischen den Delmenhorster Oberbürgermeisterkandidaten Patrick de La Lanne (SPD und Heinz Stoffels (CDU).
Da habe sie der Anruf des SPD-Fraktionsvorsitzenden im niedersächsischen Landtag, Wolfgang Jüttner, überrascht, sagte Swantje Hartmann. Gegen 18.45 Uhr am Sonntagabend habe ihr Handy geklingelt und Jüttner ihr ein „Herzlichen Glückwunsch, Frau Kollegin“ zugerufen. Die junge SPD-Politikerin war 2002/2003 bereits einmal als Nachrückerin für einen verstorbenen Kollegen im Landtag.
Als Schwerpunkt ihrer künftigen Landespolitik sieht Swantje Hartmann die Bildungs- und Wirtschaftspolitik. Die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende widmet sie sich schon seit geraumer Zeit verstärkt den schulpolitischen Fragen.
Der Einzug in den Landtag hat für die junge Politikerin auch berufliche Konsequenzen. Die neue Tätigkeit lässt sich nicht mehr ehrenamtlich ausfüllen. „Ich muss behutsam meine berufliche Zukunft ausloten“, kündigte Swantje Hartmann an.
Die Mitarbeiterin einer Mobilfunkgesellschaft in Bremen war erst vor kurzem zur Betriebsratsvorsitzenden des Unternehmens gewählt worden. „Ich möchte die Kolleginnen und Kollegen, die mir vertrauen, natürlich nicht enttäuschen“, so Hartmann.
Auch wenn sich ein Teil ihres neuen beruflichen Lebens künftig in der Landeshauptstadt abspielen wird - die dann Voll-Politikerin will auf jeden Fall engen Kontakt zur Delmenhorster Bevölkerung halten.
„Mein Vorbild in dieser Beziehung ist der ehemalige Delmenhorster SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Harald Groth“, sagt Hartmann. „Der war vor Ort präsent und wusste immer, was Sache ist.“
