Delmenhorst - Für die Präsentation ihrer „Wasserrucksäcke“ hatten sich die Verantwortlichen des Lions Club Delmenhorst-Burggraf einen speziellen Ort ausgesucht. Im Nordwestdeutschen Museum für Industriekultur in Delmenhorst sind Teile der Wasserleitung ausgestellt, mit der die Stadtburg früher aus Almsloh mit sauberem Trinkwasser versorgt wurde. Um dieses Thema geht es auch bei dem internationalen Hilfsprojekt „Paul“, welches die Lions nun unterstützen.
Mit dem Erwerb von zwei „Paul“-Geräten zum Preis von jeweils rund 1000 Euro engagieren sich die Delmenhorster dafür, dass Menschen, die nach Katastrophensituationen wie Erdbeben, Überschwemmungen oder Hurrikans ohne Wasserversorgung sind, mit gereinigtem Trinkwasser versorgt werden. „Die Geräte werden zentral gelagert und dann in Notsituationen zu den Einsatzorten gebracht“, erklärt Dr. Carsten Jöhnk, „Paul“-Projektverantwortlicher im Lions Club.
Portable Aqua Unit for Lifesaving
„Paul“ steht für „Portable Aqua Unit for Lifesaving“. Dabei handelt es sich um einen mobilen „Wasserrucksack“, der durch Filtrierung verschmutztes Wasser in sauberes Trinkwasser verwandelt und mittlerweile schon mehr als eine Million Menschen in größter Not mit Trinkwasser versorgt hat.
„Paul“ ist nicht auf Strom oder chemische Zusatzmittel angewiesen – ein weiterer Punkt, der nach einer Katastrophe ausschlaggebend sein kann. Im Inneren der Geräte steckt eine einfache Technologie: Ein Membranfilter, der nicht nur Schmutz, sondern nachweislich auch Bakterien und Viren zu 99,9 Prozent aus dem Wasser entfernt. Der Druck des eingefüllten Wassers presst das Rohwasser durch die Membran und filtriert es. Danach kann man sofort am Gerät gereinigtes Wasser entnehmen.
Etwa 400 Menschen versorgen
Entwickelt wurde „Paul“ im Rahmen eines Forschungsprojektes der Universität Kassel. Weltweit wurden bereits mehr als 2000 Geräte – beispielsweise auf den Philippinen, Kuba oder in Afrika – zum Einsatz gebracht. Ein „Paul“-Gerät kann etwa 400 Menschen gleichzeitig mit Trinkwasser versorgen.
„Als Lions Club und unter dem Motto ,we serve’ ist uns die Hilfe für Menschen in Not ein wichtiges Anliegen. Daher haben wir uns bewusst dafür entschieden, durch den Erwerb der ,Paul’-Wasserstationen hier einen aktiven Beitrag zur Wasserversorgung in Krisengebieten zu leisten“, sagt Dr. Carsten Jöhnk. Es gehöre zu einer Reihe von Projekten, die deutschlandweit von Lions-Organisationen unterstützt werden. „Die Idee, so etwas Grundlegendes sicherstellen zu können, hat uns begeistert“, sagt Jöhnk.
