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NWZonline.de Region Delmenhorst

Wiedervereinigung: „Ich möchte das nicht zurück haben“

21.10.2020

Delmenhorst Im Fach Geschichte lernen Schüler meistens, wie inzwischen verstorbene Menschen unsere Welt geprägt haben. Doch es gibt auch historische Ereignisse, von denen Zeitzeugen aus erster Hand berichten können. Wie bei der Wiedervereinigung von BRD und DDR. Zum 30. Jahrestag erhielt Ole Günther aus der 11D des Delmenhorster Max-Planck-Gymnasiums eine besondere Gelegenheit: Er durfte dem Brandenburger SPD-Politiker Steffen Reiche seine Fragen stellen. Doch dabei blieb es nicht. Dem 16-Jährigen gelang ein lebendiges Gespräch über das Ende der DDR.

Keine Ostalgie

„Ich habe selbst Verwandte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie schwelgen zwar nicht in Ostalgie, trotzdem sind sie der Meinung, dass einige Dinge bei der Vereinigung blöd gelaufen sind“, sagt Ole. Den Verwandten fehle etwa ein besonderer Zusammenhalt, den sie in der DDR erlebten. In dem sozialistischen Staat habe man sich mehr geholfen. Mit dieser Perspektive konfrontierte Ole auch den langjährigen Brandenburgischen Minister Reiche. Von 1994 bis 2004 war er Teil der Landesregierung, danach saß er fünf Jahre im Bundestag. Inzwischen folgt er als Pastor wieder seiner geistlichen Berufung.

Ob der Westen den sozialen Charakter der DDR zerstört habe? „Es hat sozialen Zusammenhalt gegeben, durch die Nischen, in die wir gepresst wurden, weil es keine Öffentlichkeit gab. Ich möchte das nicht zurück haben. Jemand, der auch nur halbwegs nüchtern ist, kann das nicht ernsthaft zurück haben wollen“, antwortete Reiche deutlich.

Positives Fazit

Zum Prozess der Wiedervereinigung zog Reiche ein positives Fazit: „Uns ist mehr gelungen, als dass wir Fehler gemacht haben.“

Den Kontakt zu Reiche stellte die Geschichtslehrerin Irene Dölle her. „Ich habe ihn einfach mal per Facebook angeschrieben. Er war sofort Feuer und Flamme“, berichtet sie. Durch einen Urlaub des Wende-Politikers habe man sich für einen Videoanruf entschieden. „Trotzdem gab er uns das Versprechen, das Maxe auch zu besuchen“, sagt Dölle. Die Entwicklung der Corona-Pandemie entscheide nun darüber, wann und wie das Versprechen eingelöst werden kann. „Es erfordert Mut, mit so einem ausgewiesenen Politik-Profi zu sprechen. Ob ein gutes Gespräch entsteht, hat auch viel mit Spontanität zu tun“, sagt die Lehrerin. Mit zwei Mitschülern habe sich Ole auf das Interview vorbereitet und die konkreten Fragen und Schwerpunkte erarbeitet.

Bürger gefragt

Das Maxe hat der Deutschen Einheit in diesem Jahr einen ganzen Projekttag gewidmet. In Workshops ging es aber auch um die Beziehung der Partnerstädte Delmenhorst und Eberswalde sowie die Meinung der Delmenhorster Bürger. Aus der Befragung der Besucher des Wochenmarktes in Düsternort entstand eine Wortwolke, in der neben „Mauerfall“ und „DDR“ auch Wörter wie „Frieden“ oder „Demokratie“ einen besonderen Platz einnahmen.


Die Ergebnisse des Projekttages unter:   www.maxe-online.de 
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