Delmenhorst - „Insgesamt zeigt sich der Arbeitsmarkt im Juni verhalten“, sagt Karin Kayser, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit in Delmenhorst. Es gebe mehr Neueinstellungen als im Mai, die Unternehmen meldeten freie Stellen, das alles jedoch auf einem niedrigeren Niveau als vor einem Jahr.
So ist die Zahl der Arbeitslosen in Delmenhorst im Juni um 65 Personen oder 1,5 Prozent geringfügig zurückgegangen. 4184 Frauen und Männer waren bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2019 ist die Zahl der Arbeitslosen jedoch um 440 Personen oder 11,8 Prozent höher. Auch die Arbeitslosenquote ging leicht zurück, von 11,1 Prozent im Mai auf 10,9 Prozent im Juni, im Vorjahresmonat lag sie allerdings nur bei 9,7 Prozent.
Stark betroffen von der Arbeitslosigkeit sind die unter 25-Jährigen: Mit 421 Arbeitslosen liegt ihre Zahl um 22,4 Prozent oder 77 Personen höher als vor einem Jahr. Während der Corona-Pandemie haben sich vermehrt jüngere Menschen arbeitslos gemeldet, einige nach dem Ende des Studiums, andere hatten auf Helferniveau gejobbt und ihre Stelle verloren, wieder andere sind während der Probezeit gekündigt worden. Auch haben sich Auszubildende vorsorglich gemeldet, die nach der Abschlussprüfung nicht übernommen werden.
Kurzarbeitanzeigen sind im Juni deutlich weniger eingegangen als im Mai. Viele Betriebe konnten die Anzahl der Kurzarbeitenden bereits deutlich verringern oder auch komplett löschen. Bis zum Stichtag 25. Juni haben in Delmenhorst 13 Unternehmen mit bis zu 118 Beschäftigten konjunkturelle Kurzarbeit angemeldet.
477 Arbeitsstellen waren im Juni gemeldet, gegenüber Mai ist das ein Rückgang von 17 (3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 153 Stellen weniger (–24 Prozent). Arbeitgeber meldeten im Juni 94 neue Arbeitsstellen, das waren 123 oder 57 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und 21 bzw. 28,8 Prozent mehr als im Vormonat.
Die größte Nachfrage mit aktuell 128 Stellen gibt es in den Berufsbereichen Gesundheit und Soziales, Lehre und Erziehung. An zweiter Stelle folgen die Berufe aus den Bereichen der Produktion und Fertigung mit 124 Stellen.
