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NWZonline.de Region Delmenhorst

Opfer-Gedenktag: Den Blick auf einen „vergessenen Holocaust“ gelenkt

29.01.2016

Delmenhorst Am 27. Januar 1945 erreichten erste Einheiten der Roten Armee das KZ Auschwitz-Birkenau. Im Jahr 1996 wurde dieses Datum, der Beginn der Befreiung der Lagerinsassen, von dem damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erklärt. In Delmenhorst ist es seit Jahren guter Brauch, am Abend des 27. Januar zu einer Gedenkveranstaltung ins Rathaus einzuladen.

So auch am Mittwoch, dem 71. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung. Das Kulturbüro, das die Veranstaltung organisiert, hatte als Hauptredner Christel Schwarz, Vorsitzender des Freundeskreises „Sinti und Roma in Oldenburg“, eingeladen. Schwarz lenkte die Aufmerksamkeit auf eine deutsche Minderheit in Deutschland, die auch in den Jahren, sogar Jahrzehnten nach dem Krieg trotz des Völkermordes an 500 000 „Zigeunern“ stigmatisiert und ausgegrenzt wurde. Und von vielen Menschen auch noch heute. Bürgermeisterin Antje Beilemann brachte das mit ihrer Aussage „Der Völkermord an 500 000 Sinti und Roma kann immer noch als ,vergessener Holocaust‘ bezeichnet werden“ auf den Punkt.

Trotz des ernsten Themas erwies sich Christel Schwarz, der selbst 26 Menschen aus dem engsten Verwandtschaftskreis in KZs verloren hatte, als ein Mann mit Humor. „Ich bin 1948 geboren worden, habe elf Kinder und 40 Enkelkinder. Man versuchte uns ja auszurotten, aber das wird niemand schaffen“, sagte er. Um sogleich wieder ernst zu werden: „Jeder, der noch nicht in Auschwitz war, sollte das mal besuchen.“ Seinen Zuhörern empfahl er zudem Wachsamkeit: „Für das, was nie wieder passieren darf, müssen wir immer das rechte Auge und Ohr offenhalten.“

Die Provinzhauptstadt Oldenburg habe die Sinti und Roma noch bis in die 70er Jahre hinein „in ein Barackenlager gesteckt“, so Schwarz weiter. In Tschechien seien Sinti- und Roma-Kinder ausschließlich in Sonderschulen beschult worden, die Ungleichbehandlung setze sich trotz EU-Protests bis heute fort.

„Mit der heutigen Gedenkfeier setzen wir ein Zeichen, auch andere Verfolgte des Naziregimes zu Wort kommen zu lassen“, sagte Pedro Benjamin Becerra, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, als letzter Redner. Becerra lobte die „gelebte Erinnerungskultur“, die die Stadt Delmenhorst auszeichne.

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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