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NWZonline.de Region Delmenhorst

Der beste Verstärker ist eine gute Antenne

03.05.2016

Delmenhorst Günter Erdmann hat Gummistiefel an. „So schlimm war es noch nie mit dem Matsch“, berichtet der Vorsitzende des Delmenhorster Ortsverbandes des Deutschen Amateur-Radio-Clubs DARC. Erdmann steht auf dem Bundeswehr-Übungsgelände südlich der Weverstraße. Hundert Meter weit weg brummelt ein Stromgenerator vor sich hin, auf der weitläufigen Wiese stehen seltsame Konstruktionen: Antennen. Bereits im achten Jahr in Folge hatten die Amateurfunker am vergangenen Freitag, Sonnabend und Sonntag auf der Großen Höhe ein „Antennentestwochenende“ veranstaltet, um ihre in der Winterzeit gefertigten Antennenkonstruktionen von der Langwelle bis weit in den Gigahertz-Bereich praktisch zu erproben und auf ihre Funktauglichkeit zu testen. Hobbyfunker aus dem gesamten Nordwesten hatten sich dazu eingefunden und ihre Antennen an bis zu zehn Meter hohen Masten in Betrieb genommen.

Einer von ihnen ist Michael Hartje aus Bremen. Der Elektrotechnik-Professor tüftelt zurzeit an einer multiresonanten Dipolantenne nach dem Open-Sleeve-Prinzip. Hartje deutet auf den Boden. Irgendwo da unten, 12 000 Kilometer weit weg, muss Australien liegen. „Mit weniger Leistung, als ein Smartphone abstrahlt, habe ich bis dahin gefunkt“, erzählt er nicht ohne Stolz. Da gerät der Laie schon ins Staunen. „Der beste Verstärker ist eine gute Antenne“, erklärt Günter Erdmann. „Sie muss so aufgebaut sein, dass sie die eingespeiste Energie möglichst verlustfrei abstrahlt.“

Seit einigen Jahren wachsen die analoge Funktechnik und die Digitaltechnik immer mehr zusammen, wie Amateurfunker Dieter Markowiak berichtet. Das ist praktisch für Funkamateure, die die Leistungsfähigkeit ihrer Antennen überprüfen wollen. Ihnen dienen über den Erdball verteilte, automatische Empfangsstationen als Gegenstation. Von diesen werden die aufgenommenen Funksignale ins Internet übertragen und sind somit vom Absender hinsichtlich ihrer Qualität und Signalstärke in Echtzeit überprüfbar. Auch Hartje hat damit die Leistung seiner Antennenkonstruktion überprüft und sich riesig gefreut, dass er in einer Online-Ranking-Liste ganz weit vorne liegt. Ob es an den „parasitären Drähten“ liegt, dass seine Konstruktion mit so wenig Leistung so weit funkt?

Die klassische Funkerei ist also auch in Zeiten des World wide Web nicht aus der Zeit gefallen. Dennoch würden sich die Delmenhorster Funkamateure über ein paar Neuzugänge freuen. Neueinsteiger, so Dieter Markowiak, müssten dafür nicht einmal viel Geld investieren. Sie dürften sicher davon ausgehen, erst einmal eine Funkanlage von einem „alten Hasen“ leihweise zu bekommen. Markowiak betont den Wert des Hobbys für die mathematische und naturwissenschaftliche Bildung, die mitunter auch den beruflichen Werdegang mitbestimmen könnte.

Zurzeit suchen die rund 80 Delmenhorster Funkamateure ein Klubhaus, das sie in Eigenleistung herrichten würden. Wer helfen kann, sollte sich bei Günter Erdmann unter der E-Mail-Adresse DL9BCP@DARC.de melden

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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