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NWZonline.de Region Delmenhorst

Wollepark In Delmenhorst: Der Müll, die Fremden – und die Stadt

05.03.2016

Delmenhorst Aus der Lahusen-Villa hat man einen Logenplatz, will man das wohl heruntergekommenste Quartier in der Stadt in Augenschein nehmen: Aufgeplatzte Müllsäcke, Einkaufswagen, abgemeldete Autos ohne Nummernschilder bekommt man zu sehen und Lumpen, die sich im Geäst der Bäume verfangen haben, nachdem sie irgendwann aus den Fenstern geflogen sind. Zugemüllt auch die Uferböschung der Delme, die das Grundstück der Lahusen-Villa von den Hinterhöfen der Wohnblocks an der Straße Am Wollepark trennt. „Hier laufen Ratten herum“, weiß Henning Suhrkamp. „Die Stadtverwaltung muss Zwangsmaßnahmen gegen die Hauseigentümer ergreifen“, verlangt der parteilose Ratsherr.

Zu einem Ortstermin an den vorwiegend von Roma aus Polen und Bulgarien bewohnten Wohnblocks hatte am Freitag der Arbeitskreis „Sauberes Delmenhorst“ eingeladen. Es ginge darum, die Öffentlichkeit ins Bild zu setzen, so der Arbeitskreis-Sprecher Gerd Turowski. „Wir verzweifeln langsam wegen der Zustände hier.“ Die Stadt müsse endlich handeln, verlangt er. Was man im Wollepark sehe, sei ein „städtebaulicher Missstand“. Aber er weiß auch: „Die Ursache sind diese Immobilien-Heuschrecken.“ Bewohner der heruntergekommenen Blocks beobachten die Gruppe aus den Fenstern ihrer Wohnungen argwöhnisch. Hier prallen Welten aufeinander.

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Ende vergangenen Jahres hatte der Arbeitskreis, ein Zusammenschluss überwiegend älterer Delmenhorster Bürgerinnen und Bürger, die Stadt aufgefordert, die Vermüllung zu beheben, doch er ist damit erfolglos geblieben. „Wenn die Stadt sagt, sie beobachtet das, dann ist das nicht genug“, findet Arbeitskreis-Mitglied Hans-Joachim Steiner.

„Warum bringen die ihren Müll nicht zur ADG?“, fragt eine Frau aus dem Arbeitskreis. Dass die Bewohner womöglich rein gar nichts wissen über die Müllentsorgung, nicht nur der deutschen Sprache nicht mächtig sind, sondern zu einem großen Teil gar nicht lesen und schreiben können und unter ärmlichsten Bedingungen von Tagelöhner-Jobs und vom Kindergeld leben, weil sie keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben, kommt ihr nicht in den Sinn. Auch nicht, dass sie als Minderheiten in ihren Herkunftsländern immer schon an den gesellschaftlichen Rand gedrängt wurden und es gar nicht anders kennen.

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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