Delmenhorst - „Ein neues Format, mit dem man woanders gute Erfahrungen gemacht hat“: So wertet Stadtbaurätin Bianca Urban das „Stadtgespräch“, das sie nun auch nach Delmenhorst geholt hat. Rund 300 Bürger waren am Mittwoch der Einladung der Stadtverwaltung zum ersten Stadtgespräch in die Markthalle gefolgt, um sich über die Bauprojekte Krankenhaus, ehemalige Hertie-Immobilie und City-Parkhaus zu informieren. Rede und Antwort standen Thomas Breidenbach (Geschäftsführer Josef-Hospital), Werner Uhde (Hertie-Investor), Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Ulrich Salmen (City-Parkhaus) und Verkehrsgutachter Ralf Losert (Planungsbüro Theine, Hannover). „Uns geht es darum, Sie zu informieren und die Projekte in einen Zusammenhang zu stellen“, sagte Urban. Als Moderator führte der Bremer Florian Kommer durch den Abend.
Der Verkehrsgutachter betonte, dass von dem befürchteten Innenstadt-Verkehrskollaps im Zuge des Baus des Innenstadt-Krankenhauses JHD Mitte nicht die Rede sein könne. Nur zu den Schichtwechsel-Zeiten werde es etwas eng. Das unterstützte auch Breidenbach mit der Aussage, dass knapp die Hälfte der rund 900 Mitarbeiter des JHD Mitte in Delmenhorst wohnten und mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen könnten. Dazu werde das JHD Anreize schaffen, zum Beispiel durch die Zurverfügungstellung von E-Bikes. Neben der vorhandenen Tiefgarage unter dem Gesundheitszentrum sei eine weitere unter dem Neubautrakt geplant, womit man auf 145 Stellplätze käme. Für die Pkw-fahrenden Mitarbeiter werde man einen Teil des City-Parkhauses anmieten. Die Zufahrt zum Krankenhaus werde ausschließlich über die Louisenstraße und Westerstraße laufen, für Fußgänger werde es mehrere Zugänge zum JHD Mitte geben.
Der Abriss des ehemaligen Hertie-Parkhauses wird laut Uhde schon in wenigen Tagen beginnen. Der Projektentwickler forderte von der Verwaltung eine baldige Entscheidung, wo in der östlichen Innenstadt neue Parkflächen entstehen könnten. Die potenziellen Mieter würden ihre Zusagen davon abhängig machen.
Das neue City-Parkhaus könnte laut Salmen bis zu 800 Parkplätze beherbergen, auf jeden Fall benötigt würden 420 Plätze. Der Abriss soll kurz vor Weihnachten beginnen, die Eröffnung des neuen Hauses ist für 2018 geplant.
