Delmenhorst - Die Volkshochschule (VHS) Delmenhorst setzt die Reihe von bisher sechs Vortragsabenden über Umweltgifte und -belastungen im alltäglichen Leben, die sie in Zusammenarbeit mit dem Labor für chemische und mikrobiologische Analytik (Lafu) konzipiert und veranstaltet hat, mit einem weiteren Vortrag „Die gesundheitlichen Folgen von Atomkatastrophen“ fort. „Die bisherigen Vorträge haben regelmäßig zwischen 70 und 100 Personen besucht. Der siebte Vortrag wird zum vierten Jahrestag des Reaktorunglücks von Fukushima stattfinden“, berichtet VHS-Bereichsleiter Kai Reske. Es referieren Lafu-Chef Gary Zörner und Prof. Inge Schmitz-Feuerhake (Hannover). Interessierte sind dazu am kommenden Mittwoch, 11. März, von 19 bis 21.15 Uhr in die VHS auf der Nordwolle, Raum 8, eingeladen, der Eintritt kostet neun Euro. Das Lafu-Team veranstaltet im Anschluss in unmittelbarer Nachbarschaft in seinen Laborräumen für alle, die mögen, einen Klönschnack mit Bio-Erdbeerbowle.
Zörner und Reske freuen sich besonders über die Zusage der Referentin Schmitz-Feuerhake. Die 79 Jahre alte Physikerin und Mathematikerin ist bekannt geworden durch ihre Untersuchungen über Leukämiefälle in der Elbmarsch in der Umgebung des Kernkraftwerks Krümmel in den 80-er Jahren. Statistisch unwiderlegbare Ergebnisse über eine Häufung der Leukämie-Erkrankungen erbrachten ihre Untersuchungen indes nicht. Kritiker unterstellten der bekennenden AKW-Gegnerin damals Voreingenommenheit.
„Immer wieder wird überall gesagt, es gibt keine Gefahr. Und die, die aufklären wollen, werden der Panikmache bezichtigt“, sagt dazu Gary Zörner. Schon ein unzureichend gewartetes Ventil könne in einer Atomanlage zur Freisetzung von radioaktiv belastetem Dampf führen, so der Lafu-Chef. „Man beherrscht nicht einmal die Technologie, die beherrschbar ist“, so sein trauriges Fazit.
Zörners Thema sind schon seit langem die Kombinationswirkungen von Umweltgiften und -einflüssen. Die gebe es auch im Zusammenspiel mit Radioaktivität, betont er. Beispiel: Eine durch Strahlung beschädigte Zell-DNA habe die Fähigkeit, sich selbst zu reparieren. Diese Fähigkeit werde aber z.B. durch Quecksilber gehemmt. „Also besser keinen Fisch aus dem Pazifik essen“, rät er.
