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NWZonline.de Region Delmenhorst

Menschen: Ein Leben mit der Fotografie im Wandel

22.07.2017

Delmenhorst Wenn Gerhard Schernewsky sein Haus in Hasbergen verlässt, hat er seine Digitalkamera stets dabei. „Ich möchte die schönen Momente einfach immer und überall festhalten können. Wenn mir etwas gefällt, versuche ich, ein Foto davon zu machen“, sagt der 86-Jährige. Seine Begeisterung für die Fotografie hat den Rentner fast sein ganzes Leben lang begleitet.

Geboren wurde Schernewsky in Ostpreußen. Als er 13 Jahre alt war, floh die Familie und landete im Wiefelsteder Moor im Ammerland. „Dort bin ich noch ein Jahr zur Schule gegangen und habe danach eine Lehrstelle gesucht“, erinnert sich der 86-Jährige. Da seine Suche allerdings nicht erfolgreich war, arbeitete er fast drei Jahre lang in der Landwirtschaft und schlug sich einige Zeit lang mit Gelegenheitsjobs durch.

Arbeit in Leverkusen

1950 veränderte sich sein Leben über Nacht – im wahrsten Sinne des Wortes: „Mit einem Laster der Molkerei bin ich nach Köln gefahren. Ich habe damals fünf Mark für mich und fünf Mark für mein Fahrrad bezahlt. Ich wollte endlich eine anständige Arbeit finden“, sagt Schernewsky knapp 67 Jahre später.

In Leverkusen konnte er im Bayer-Werk anfangen zu arbeiten und wurde dafür eingesetzt, Filmemulsionen herzustellen. Wie es der Zufall so wollte, konnte er aus dem Fenster seiner Werkswohnung das Agfa-Werk sehen. Dort wurden fotografische Produkte hergestellt und Schernewsky begann, sich dafür zu interessieren. Er legte sich eine „Agfa Box“, einen Fotoapparat, zu. „Ich erinnere mich noch an einen St.-Martins-Umzug, bei dem ich ein paar Aufnahmen gemacht habe. Ich habe mich gewundert, dass keiner von der Zeitung da war und bin am nächsten Tag zur Kölnischen Rundschau gefahren und habe meine Fotos angeboten. Am Tag darauf wurden sie abgedruckt.“

Fotos für die Zeitung

Ab diesem Zeitpunkt habe er regelmäßig Fotos an die Zeitung geliefert. Aber auch sonst wurde das Bildermachen zu seinem Hobby. „Wenn ich ein schönes Motiv gesehen habe, habe ich es fotografiert“, sagt er. Vonseiten der Zeitung waren seine „Schönwetter-Bilder“, wie Schernewsky seine Fotos mit Landschafts- oder Tiermotiven nennt, allerdings nicht besonders gefragt. „Die haben sich mehr für die Unfallbilder interessiert und dafür hatte ich einen besonderen Trick. Ich habe mit meinem Radio den Polizeifunk abgehört und war deswegen oft als erster beim Unfall“, erinnert er sich an die nicht ganz „legal“ entstandenen Fotos.

Im Bayer-Werk hatte Schernewsky inzwischen die Abteilung gewechselt und arbeitete bei Agfa. „Später wurde ich Vorarbeiter und dann Werks-Meister“, erzählt er. Auch seine heutige Frau Hannelore hat er zu dieser Zeit kennengelernt – sie war eine Arbeitskollegin.

1964 verließ der Hobby-Fotograf Leverkusen und kam zurück nach Norddeutschland. In Oldenburg begann er bei „Cewe Color“ in zu arbeiten und das Fotolabor im Aufbau zu unterstützen. „Ich habe den Beruf zwar nie gelernt, durch meine jahrelange Erfahrung konnte ich aber die Prüfung zum Chemiefacharbeiter ablegen“, erinnert sich der 86-Jährige.

Job bei Neckermann

In Oldenburg blieb Schernewsky allerdings nur ein paar Jahre. Über Gelsenkirchen und Osnabrück gelangte er schließlich nach Frankfurt am Main. „Das Neckermann-Unternehmen wollte mich haben“, sagt er. Dort sollte er die Fotos für die Kataloge entwickeln. 1973 folgte der nächste Umzug – zurück in den Norden. In Bremen begann Schernewsky in einem medizinischen Labor zu arbeiten. „Wer Chemikalien analysieren kann, kann auch Blut untersuchen, sagte mein Chef damals“, so der 86-Jährige.

„Ich habe in meinem Leben vieles ausprobiert und immer wieder dazu gelernt. Ich habe schon immer mit den Augen gestohlen“, sagt Schernewsky. Und wenn seine Augen etwas Schönes „stehlen“, greift er immer zur Kamera. „Die Fotografie hat sich sehr verändert. Es freut mich, dass man heute so einfach so viele Bilder machen kann“, sagt der leidenschaftliche Hobby-Fotograf.

Gloria Balthazaar Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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