Delmenhorst - „Erst mal trockenlegen, das Ganze“, sagt Heiko Stubbemann. Der Vorsteher des Ochtumverbandes steht an der Delme-Stauanlage an der Hasberger Museumsmühle und erklärt, warum der Wasserlauf der Delme durch zwei Spundwände und Sandsack-Barrieren unterbrochen ist und warum auf dem Innenhof der Mühle auf dicken Holzbohlen schweres Baugerät steht: Der Delme­stau an der Mühle soll saniert werden. Nach 66 Jahren ist das Bauwerk marode, die Stahlträger sind korrodiert und die Mauern sind brüchig. Seit rund 14 Tagen laufen die vorbereitenden Arbeiten, bald soll es richtig losgehen.

Und weil die Sanierung viel Geld kostet, freut sich der Ochtumverband über einen namhaften Förderbetrag, der am Donnerstag überreicht wurde. 50 000 Euro gibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dazu, die dabei auch auf Zweckerträge der Toto-Lotto Niedersachsen GmbH zurückgreifen konnte. Gemeinsam mit den Mitteln in Höhe von 132 000 Euro, den der Ochtumverband aus dem EU-Strukturfonds zur Entwicklung des ländlichen Raumes erhält, sind gut die Hälfte der Kosten für die Wiederherstellung des denkmalgeschützten Wehrs gedeckt.

„Der Delmestau ist nicht in dem Sinn ein Kulturdenkmal, sondern ein Industriedenkmal. Es ist der Beginn der Industrie“, sagte Sabine Kallmann von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am Donnerstag bei der symbolischen Übergabe des Förderbetrags. Denkmäler, so die Arbeitsrichterin im Ruhestand, seien wichtig für das Bewusstsein, was einen Ort, eine Region und eine Nation ausmache.

Dass dass Aufstauen der Delme während der bis Ende September genehmigten Sanierungsarbeiten die Fischpopulation gefährde – diese Befürchtung hatten Angler geäußert –, wischt Verbandsvorsteher Stubbemann beiseite. „Es gibt eine Fischtreppe. Die Fische spüren den Lockstrom. Und was hier noch drin sein sollte, das holen wir raus.“