Delmenhorst - Langzeitarbeitslose, insbesondere diejenigen mit physischen oder psychischen Beeinträchtigungen, haben es oft sehr schwer, noch einmal einen Fuß in die Tür zum Arbeitsmarkt zu bekommen. Um eine Integration und Reintegration zu gewährleisten, wurde 2006 vom Jobcenter Delmenhorst gemeinsam mit dem Gut Dauelsberg das Projekt „Integra“ ins Leben gerufen.

Es sei eine Arbeitsgelegenheit, betont Marion Denkmann vom Jobcenter Delmenhorst. Also keine Arbeitsstelle, sondern eine Möglichkeit, in einem Ein-Euro-Job eine kleine Aufwandsentschädigung zu erwerben.

Zehn Jahre besteht nun dieses Projekt, aber die Ziele hätten sich nie geändert, so Denkmann. „Für diese Menschen ist es unheimlich wichtig, wieder in den Prozess des Arbeitslebens eingegliedert zu werden.“ Dem kann auch Hartmut Blauth, Leiter von Gut Dauelsberg zustimmen: „Es ist zwar nur eine ,Maßnahme‘, doch das Gefühl, etwas geleistet zu haben, ist am Ende des Tages da.“

Zehn Teilnehmer-Plätze bietet das Projekt an, derzeit kommen fünf Frauen und fünf Männer im Alter von 19 bis 60 Jahren zum Gut – in der Woche zehn bis 30 Stunden. Auf dem rund 100 Hektar großen Areal sind stets jede Menge Arbeiten zu tun, beispielsweise Hecken schneiden, Anlagenpflege oder Wege instand halten.

Zur Seite steht den Teilnehmern die Sozialpädagogin Eva-Maria Odemer. „Grundsätzlich sind alle Teilnehmer freiwillig hier – und diese Freiheit brauchen sie auch, sie haben keinen Druck vom Jobcenter“, betont Odemer. Oft hätten die Teilnehmer schlechte Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt gemacht, auch aufgrund ihrer Beeinträchtigungen. Einige kämen auch mit Angst her, möchten nicht auf Menschen treffen. Diese Angst können sie beispielsweise auch bei dem Sommerfest überwinden, wenn sie beim Getränkeausschank helfen.

Natürlich gebe es auch Austritte aus dem Projekt, so Denkmann. Dennoch zeigte es sich im Laufe der Zeit als sehr erfolgreich. Manche der Teilnehmer haben sogar im Anschluss zum Projekt auf dem Gut eine Stelle gefunden. „Wir sehen hier die Fähigkeiten, nicht die Defizite“, meint Blauth.