Delmenhorst - Im nicht weit entfernten Oldenburg hat es jüngst Fälle von Amerikanischer Faulbrut (AFB) gegeben. Davon lassen sich die Imker aus Delmenhorst jedoch nicht beunruhigen. „Bloß nicht die Pferde scheu machen“, erklärt Imker Jürgen Stöver.
Der Vorsitzende des Imkervereins Delmenhorst und Umgebung reagiert gelassen auf die Fälle der AFB im Stadtgebiet Oldenburg. Dort wurden kürzlich Proben aus Futterkränzen positiv auf die Bakterien-Sporen der Faulbrut getestet. „Für unseren Verein kann ich derzeit keine Fälle bestätigen“, sagt Stöver. Die AFB ist eine bakterielle Erkrankung der Bienenbrut. Sie löst die Körperstruktur der Larven auf. Zurück bleibt nur eine zähe, braune, schleimige Substanz. Ausgewachsene Bienen sind nicht betroffen, für Menschen ist die AFB ungefährlich, ebenso wie kontaminierter Honig.
Die Imker des Delmenhorster Vereins und auch die der umliegenden Vereine beteiligen sich an Tests, erklärt Stöver. Die Proben dazu werden aus den Futterkränzen genommen – so nennt sich der Teil der Waben, in dem die Bienen den Honig ablegen. „Wir warten nun auf die Ergebnisse vom Institut aus Celle, dann werden wir wenn nötig Maßnahmen ergreifen“, so Stöver.
Entwarnung gibt es auch vom zuständigen Veterinäramt in Delmenhorst: Aktuell gebe es hier keine Fälle der Krankheit. Ruhe herrscht auch bei den Delmenhorster Bienen: Sie halten bis etwa März noch ihre Winterruhe.
In Oldenburg ist es der erste Faulbrut-Fall seit zehn Jahren – in Delmenhorst gab es erst im Jahr 2013 den letzten bekannten Fall, wie Amtsveterinärin Dr. Nicolin Niebuhr mitteilt. Die erkrankten Bienenvölker wurden in diesem Fall getötet und in der Müllverbrennungsanlage entsorgt. Bienenbestände im eingerichteten Sperrgebiet sowie Kontaktbestände wurden klinisch untersucht und beprobt. Nachdem alle Untersuchungsergebnisse negativ waren und die Reinigung und Desinfektion in Seuchenbestand erfolgte, wurde das Sperrgebiet wieder aufgehoben.
