Delmenhorst - Der Zustrom von Flüchtlingen in die Stadt Delmenhorst reißt nicht ab. Um weiteren Wohnraum zu schaffen, haben sich die Bundeswehr und die Stadt nun darauf geeinigt, mehrere Gebäude in der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne in Delmenhorst-Adelheide als Unterbringungsmöglichkeit für Flüchtlinge zu nutzen. Noch bis Ende diesen Jahres sollen mindestens acht Gebäude im Westteil der Kaserne von den Soldaten geräumt werden, um dort Asylbewerber einquartieren zu können.
„Nachdem sich die Flüchtlingssituation in den vergangenen Monaten zunehmend verschärft hat, hat die Stadt Delmenhorst Anfang September prüfen lassen, ob eine Übergabe von Teilen der Liegenschaft möglich ist“, berichtete am Freitag Stephan Fey, Kommandeur des Logistikbataillons 161. „Alle Beteiligten haben sich kurzfristig zusammengesetzt und Lösungen erarbeitet.“
Das Ergebnis: Im Westteil der Kaserne werden mindestens acht Gebäude, die teils ungenutzt sind, teils aktuell zur Unterbringung von Soldaten und auch militärisch genutzt werden, noch bis Mitte November geräumt. Darüber hinaus wird der betroffene Bereich neu eingezäunt, um die Flüchtlingsunterkünfte vom restlichen Teil der Kaserne abzugrenzen. „Es entstehen über 4300 Quadratmeter Wohnfläche“, erklärte Fey.
Nach Bundeswehrstandards könnten in den Gebäuden bis zu 450 Menschen wohnen. „Möglicherweise kommen aber mehr oder auch weniger Flüchtlinge dort unter – wir wissen aktuell noch nicht, wie hoch der Bedarf in den nächsten Monaten sein wird“, erläuterte die zuständige Fachbereichsleiterin der Stadt Delmenhorst, Petra Gerlach.
Oberbürgermeister Axel Jahnz richtete einen Dank an die Bundeswehr für „die gute Zusammenarbeit“. Die Aufgabe, „die Menschen hier gut ankommen zu lassen“, sei dadurch erheblich erleichtert worden.
Stephan Fey stellte jedoch auch klar, dass für die Kaserne „hiermit die Grenze erreicht“ sei. „Mit den jetzigen Bedingungen können wir hier nicht noch mehr Menschen unterbringen. Wir haben schlichtweg keine Gebäude mehr zur Verfügung.“ Die Soldaten müssten zudem durch den Umzug in andere Gebäude mit einer „schlechteren Infrastruktur“ vorliebnehmen.
