Delmenhorst - In der Delmenhorster Markthalle hatten am Sonnabend die Frauen das Sagen: „Heute reden Frauen, keine Männer“, sagte Heike Klattenhoff von der Gewerkschaft Verdi, die zusammen mit der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Petra Borrmann mehr als 100 Gäste zum ersten Empfang in der neu gestalteten Halle am Internationalen Frauentag begrüßen durfte.

Unter den Besuchern war nicht einmal eine Hand voll Männer, Oberbürgermeister Patrick de La Lanne hatte es sich zwischen der CDU-Landtagsabgeordneten Annette Schwarz und Bundestagsmitglied Susanne Mittag (SPD) bequem gemacht. Den „Maulkorb“ von Klattenhoff nahm er mit Humor.

In der hellen Markthalle herrschte ohnehin gelöste Stimmung. Dafür sorgte auf der einen Seite die angenehme Atmosphäre (Klattenhoff: „Im Rathaus war es immer so dunkel.“), auf der anderen die Mitglieder des „Improtheaters Bremen“ mit ihrem Programm „Große Frauen – Mini Jobs“. Die zwei weiblichen Darstellerinnen und ihr „Quotenmann“ beschäftigten sich in spontanen und humorvollen Szenen mit Themen wie Gleichberechtigung, Frauenwahlrecht oder prekäre Arbeit. Dabei wurde das Publikum eingebunden – sei es durch das Einwerfen von Stichwörtern oder direkt auf der Bühne als spontane Souffleusen.

Zuvor hatten Klattenhoff und Borrmann in ihren Begrüßungsreden ernstere Themen angesprochen. „Vor 65 Jahren wurde mit Artikel drei des Grundgesetzes die Gleichstellung von Mann und Frau gesetzlich festgeschrieben – aber bis heute noch nicht umgesetzt, auch wenn viel getan wurde“, sagte Borrmann.

Sie stellte vor allem die Ungleichbehandlung auf dem Arbeitsmarkt heraus: „Noch immer gibt es eine Lohlücke von 22 Prozent zwischen Frauen und Männern“, sagte sie. Zudem gebe es einen Unterschied in den Renten von 60 Prozent zuungunsten der Frauen in Deutschland. „Die Altersarmut in unserem Land ist weiblich“, sagte Borrmann.

Neben dem Empfang wurden in Delmenhorst rund um den Frauentag besondere Führungen und Veranstaltungen angeboten. Auch an diesem Montag steht der Aktionstag noch einmal im Mittelpunkt. Dann zeigt das Kulturbüro ab 20 Uhr im Familienzentrum Villa an der Oldenburger Straße 49 das Stück „Die Marquise von O...“.