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NWZonline.de Region Delmenhorst

Stadtbücherei: Fremdsprachige Medien dürfen bleiben

09.06.2017

Delmenhorst Pedro Benjamin Becerra war die Empörung anzumerken. „Das ist provokant und anmaßend“, sagte der ehemalige Ratspolitiker und Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Delmenhorst am Mittwoch in der Einwohnerfragestunde zu einem von der Fraktion Bürgerforum/Freie Wähler gestellten Antrag „Integration durch deutschsprachige Bücher in der Bibliothek, insbesondere in einfacher Sprache“.

Die Ratsfraktion verlangte darin, dass die städtische Bücherei zukünftig ausschließlich Medien in deutscher Sprache (oder deutsch und parallel eine Fremdsprache) auslegt und in Sprachen, die an staatlichen Schulen unterrichtet werden, und verstärkt auf Medien in einfacher Sprache setzt. „Die Stadtbücherei bietet aktuell Medien in Sprachen an, welche die Mitarbeiter nicht bewerten können. Wir erkennen die gute Absicht, Zugewanderten Medien in ihrer Muttersprache anzubieten. Das verstärkt allerdings ein Leben in der Parallelgesellschaft“, heißt es in der Begründung zu dem von Thomas Kuhnke (Freie Wähler) und Eva Sassen (Bürgerforum) eingereichten Antrag.

Becerra: „Das würde bedeuten, dass es auch kein Hebräisch und wohl auch kein Griechisch mehr gibt. Es wird den Bibliotheks-Mitarbeitern die Kompetenz aberkannt.“ Zudem sei das ein Verstoß gegen die vom Grundgesetz garantierte Gleichberechtigung und Meinungsfreiheit. In Richtung der Ratspolitiker sagte er: „Das ist unter aller Kanone. Lassen Sie sich nichts vorschreiben von Leuten, die von Pädagogik und Didaktik nichts wissen.“

Im Angesicht von so viel Gegenwind trat Kuhnke den geordneten Rückzug an. „Sie und Ihr Team machen eine hervorragende Arbeit“, sagte er zu Büchereileiterin Anika Schmidt gewandt. „Es ging uns darum, dass man die Kontrolle hat, welche Inhalte ausliegen. Ich möchte den Antrag hiermit zurückziehen.“ Die Büchereileiterin betonte, dass man sich sehr darum bemühe, die Kontrolle über Inhalte zu behalten: „Wir verwalten 70 000 Medien, und wir müssen im Zweifelsfall unseren Kopf dafür hinhalten.“

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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