Delmenhorst - Mit der gefüllten Gießkanne in der Hand geht Martina Hagestedt zu den Tomaten. Die brauchen noch viel Wasser, damit sie wachsen und alle rot werden. „Aus dem Garten schmecken die viel besser als aus dem Supermarkt“, sagt sie.

Martina Hagestedt lebt gemeinsam mit ihrem Mann Lüder Hagestedt in einer Wohnung der Lebenshilfe Delmenhorst. Dort haben die beiden keinen Garten. Der hat dem Ehepaar aber immer gefehlt. Das haben die beiden auch mit ihren Betreuern kommuniziert.

Thomas Eisenmenger und Michael Anselm haben das Dauer-Projekt Garten umgesetzt. Gemeinsam mit Rita Hoffmann, der Leiterin des Ambulanten Wohnens und Christian Klewin, dem Vorsitzenden des Delmenhorster Kleingärtnervereins, haben sie ein 500 Quadratmeter großes Grundstück auf der Anlage in Düsternort.

Es heißt „Katrins Garten“, nach der verstorbenen Tochter von Heidelies Iden, der Vorsitzenden der Lebenshilfe. Das war der Wunsch der Hauptspenderin, ihrer Schwägerin.

Im Garten werkeln etwa 20 Menschen aus dem Ambulanten Wohnen der Lebenshilfe. An Freitag wurde der Garten mit einem kleinen Fest der Öffentlichkeit präsentiert.

Es gibt noch viel zu tun. Ein Hochbeet und Insektenhotel sollen gebaut und der Garten barrierefrei werden. „Wenn ich was nicht weiß, helfen mir die Betreuer“, sagt Hagestedt.

Die 38-Jährige zeigt Fotos, wie es am Anfang aussah. „Da mussten wir ganz viel Unkraut zupfen und umgraben“, erzählt sie.

Der Garten steht allen offen. Er ist Treffpunkt, Aufgabe und gibt eine Tagesstruktur. Ein Erfolg, finden nicht nur die Betreuer. „Die Arbeit macht Spaß“, sagt Hagestedt.

Besonders viel Freude hat sie an ihrem Beet. Dort wachsen Kartoffeln, Grünkohl und ganz viele Kräuter. Aber auch Äpfel der drei Apfelbäume nimmt sie gern mit nach Hause und kocht daraus eigenes Apfelmus. Sie freut sich schon auf die Ernte des Grünkohls und darauf später geerntete Tomaten zu essen.