Delmenhorst - „Immer wenn ich dieses Haus betrete, sehe ich Geschichte, die lebendig bleibt. Ich weiß, wie es war, als damals noch die Schornsteine über der Nordwolle rauchten“, sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz. Er hob bei seiner Festrede am Freitag das Nordwestdeutsche Museum für Industriekultur als wichtigen Teil der Geschichte der Stadt hervor.

Seit 20 Jahren besteht das Nordwolle-Museum. Für Museumsleitung und Förderkreis ein Grund zum Feiern. Daher organisierten sie an diesem Wochenende ein Museumsfest auf dem Gelände der Nordwolle.

Mit einem Festakt am Freitag startete das Programm. Darin hob Museumsleiter Dr. Carsten Jöhnk die überregionale Bedeutung des gesamten Areals hervor. „Das Gelände hat eine europaweite Bedeutung und strahlt weit über Delmenhorst hinaus“, so Jöhnk. Er verkündete ebenfalls Pläne, die Ausstellung noch attraktiver zu gestalten. Er wolle „auf der Höhe der Zeit bleiben“ und eine abwechslungsreiche sowie überraschende Ausstellung schaffen, die alle Sinne anspreche und interaktiv gestaltet sei.

Wie „Mehr Nachhaltigkeit für Modedesigner und Modefans“ funktionieren kann, erläuterte Prof. Martina Glomb von der Hochschule Hannover. Die Professorin forscht mit ihren Studierenden auf diesem Gebiet.

Ein Beispiel für die Produktion nachhaltiger Kleidung sei die Verwendung von Wolle. „Wolle ist der ideale Rohstoff“, sagte Glomb. Er verbrauche lange nicht so viel Wasser bei der Produktion, wie beispielsweise Baumwolle, sei Regen- und Schmutzabweisend und brauche nur gelüftet, statt gewaschen werden. Diese und viele weitere Tipps gab die Referentin ihren Zuhörern.

Umrahmt wurde der Festakt vom Duo Milou. Karin Christoph an der Violine und Gisela Fischer am Akkordeon sorgten für gute Stimmung.

Beim Wolleaner-Treffen am Sonnabend nutzten die ehemaligen Mitarbeiter die Gelegenheit, sich in gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen über das Arbeiten und Leben auf der Wolle auszutauschen.

Kinder sowie ihre Eltern und Großeltern hatten am Sonntag die Möglichkeit zu erfahren, wie früher gespielt wurde. Gemeinsam bastelten und testeten sie alte Spiele, wie Fang den Ball, Tauchermännchen, Erbsenklopfen oder Dosentelefon. Mit diesem großen Familientag und zahlreichen Mitmachaktionen endete das Festwochenende am Sonntag.