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NWZonline.de Region Delmenhorst

Gewinnschreiben: Miese Betrüger haben unsere Senioren im Blick

13.05.2014

Delmenhorst „Wir möchten Ihnen hiermit mitteilen, dass Sie bei der jährlichen Verlosung der Versand- und Verlagshäuser Axel Springer SE den Hauptpreis und damit 65 000 Euro erzielt haben“ – das Schreiben, das Lieselotte Assmann aus einem fein säuberlich an sie frankierten Umschlag zog, klang zwar fantastisch, die 77-Jährige war aber direkt misstrauisch. „Ich habe doch bei keinem Gewinnspiel mitgemacht“, erzählt sie.

Und dann wurde sie noch skeptischer: „Weiterführend steht eine einmalige Kostenpauschale von 3250,00 Euro (5 % des Gewinns) an unser Notariat an“ heißt es am Ende des Schreibens, das von einer Anwaltskanzlei mit dem Namen „Partner & Schmidt“ mit Hamburger Adresse stammt. Die Kanzlei gab an, dass Axel Springer SE gesetzlich verpflichtet sei, mit der Gewinnzusage ein Notariat zu beauftragen.

„Ich muss doch nicht bezahlen, wenn ich etwas gewonnen habe“, witterte Assmann Betrug. Dennoch rief sie unter der angegebenen Telefonnummer an. Tatsächlich meldete sich auch Ruben Jung, einer der auf dem Schreiben genannten Notare. Er teilte mit, dass seine Kollegin, die Rechtsanwältin Jennifer Zimmermann, zuständig sei, die ebenfalls auf dem Schreiben aufgeführt ist. Diese rief etwa zwei Stunden später auch zurück.

„Ich fragte, wie ich denn gewinnen könnte, wenn ich gar nicht teilgenommen habe“, erinnert sich Assmann. Es sei ein gemeinsames Gewinnspiel mehrerer Firmen wie Burda und Mövenpick. Wenn sie irgendwann bei einem der Versandhäuser bestellt habe, sei sie automatisch dabei, erklärte ihr die angebliche Rechtsanwältin. Assmann schlug vor, den Gewinn zu überweisen und die 3250 Euro einfach davon abzuziehen. Sie habe eine kleine Rente und könne die Vorkasse nicht zahlen, behauptete die Delmenhorsterin. Das sei nicht möglich, so die Rechtsanwältin. Ob sie denn wenigstens 1000 Euro zahlen könne, wollte die Anruferin nun wissen. Auch das verneinte Assmann.

Zwei Tage später meldete sich ein weiterer Anrufer, der auf dem Schreiben nicht namentlich erwähnt ist. Er erklärte Assmann, dass die Gebühren, die sie zahlen müsse, Steuern seien, die angefallen seien, weil die Verlosung im Ausland stattgefunden habe. Doch darauf fiel Assmann nicht herein. „Obwohl alles sehr gut gemacht war, es sah sehr offiziell aus und am Telefon klangen die sehr höflich“, so die Seniorin.

„Die sind nett, gut geschult und sprechen ohne Akzent“, weiß auch Markus Hausenblas, Pressesprecher der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land. Die Täter hätten es auf ältere Menschen abgesehen. In Delmenhorst sowie im Umkreis gebe es „eine Welle“ ähnlicher Fälle. Die Schreiben sehen unterschiedlich aus. Einige Opfer hätten sogar bezahlt. Anschließend habe es dann weitere Zahlungsaufforderungen gegeben.

Das Geld lande meist auf Konten im Ausland, so Hausenblas. „Wir können nur davor warnen, Geld zu überwiesen“, so der Polizeisprecher. Die Täter seien sehr schwer zu ermitteln. Hausenblas rät, die Briefe wegzuwerfen oder sich persönlich oder telefonisch an die nächste Polizeidienststelle zu wenden. „Dann erspart man sich eine Menge Ärger.“

Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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