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NWZonline.de Region Delmenhorst

50 Jahre Lebenshilfe: Hochachtung vor den Gründern

03.03.2014

Delmenhorst „Es war Donnerstag und wir hatten Vollmond. Eigentlich ein langweiliger Tag.“ Vorstandsmitglied Thorsten Ebert hatte die Lacher auf seiner Seite, als er in der Markthalle an den 27. Februar 1964, den Tag der Gründung der Lebenshilfe Delmenhorst und Landkreis Oldenburg, erinnerte. 22 Eltern von Kindern mit Behinderung hatten sich damals zur Gründung zusammengetan. Das 50-jährige Bestehen der heute rund 400 Mitarbeiter zählenden Institution, die als erste Adresse und verlässlicher Partner gilt, wenn es um die Belange von Menschen mit Behinderung geht, wurde am Sonnabend mit 135 geladenen Gästen gefeiert. Ulla Schmidt, Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe und ehemalige Bundesgesundheitsministerin, hielt die Festrede.

„Ich habe eine ungeheure Hochachtung vor den Menschen, die die Lebenshilfe gegründet haben“, sagte Schmidt. „Nach dem Krieg und der Nazizeit sagten sie, ,wir wollen für unsere Kinder das Recht auf Bildung einklagen‘. Ich würde mir wünschen, dass wir ein bisschen von dem Mut der Gründungsväter hätten“, sagte Schmidt und erntete dafür viel Applaus. Mut bräuchten die Akteure vor allem, um mit den Herausforderungen der Inklusion umzugehen. Schmidt forderte verstärkte Bemühungen, Menschen mit Behinderungen den Weg in ein selbstbestimmtes Leben und in den ersten Arbeitsmarkt zu ebnen: „Der Automatismus Schule-Sonderschule-Werkstatt-Wohnheim darf nicht mehr so sein, dafür müssen wir mehr tun!“ Auch für die Älteren müsse man mehr tun, für die über 65-jährigen Menschen mit Behinderung adäquate Versorgungsangebote schaffen. Die Grußwort-Redner Patrick de La Lanne, Delmenhorster Oberbürgermeister, und Eduard Hüsers, stellvertretender Landrat des Landkreises Oldenburg, forderte Schmidt zur Schaffung von Angeboten zur uneingeschränkten Mobilität auf. Mobilität sei eine wichtige Voraussetzung für das selbstbestimmte Wohnen von Menschen mit Behinderung.

Die gestiegene Lebenserwartung und der demografische Wandel würden in den kommenden Jahren die Hilfe für Menschen mit Behinderung teurer werden lassen. Darauf müsste sich der Gesetzgeber einstellen und Vorsorge treffen, so Schmidt.

Die Inklusion werde für die Lebenshilfe zum beherrschenden Thema der kommenden Jahre, sagte Vorstandsvorsitzender Hans Karl Pallas, „wir müssen dafür sorgen, dass unsere über Jahrzehnte erworbene Fachkompetenz genutzt wird“. Die Inklusion als „Sparmodell“ zu deuten sei kein tragfähiger Ansatz.

Für einige ist Inklusion bereits selbstverständlich. Zum Beispiel für Katharina Reichelt. Die Cellistin aus Saarbrücken stellte bei dem Festakt eindrucksvoll unter Beweis, dass Menschen mit Behinderung sogar als Profimusiker erfolgreich sein können. Begleitet von dem Pianisten Holger Quecke, erreichte die kleine Frau mit ihrem Spiel die Herzen der Zuhörer.

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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