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NWZonline.de Region Delmenhorst

In Patagonien das Klima verstehen lernen

24.10.2014

Delmenhorst Wer die globalen Klimaprozesse verstehen will, muss nach Patagonien reisen. Das Land am südlichen Ende der Welt bietet Naturwissenschaftlern dafür ein einzigartiges Umfeld, ist es doch die einzige Landmasse im Bereich der erdumspannenden Westwindzone in der südlichen Hemisphäre. Diese Winde hätten entscheidende Auswirkungen auf das globale Klima, sagt der Geologe Dr. Frank Lamy vom Alfred-Wegener-Institut, sorgen sie doch dafür, dass kohlenstoffreiches Wasser aus der Tiefe der Ozeane an deren Oberfläche befördert wird und die Kohlenstoffverbindungen in die Atmosphäre übergehen. Was in dem erdumspannenden Kohlenstoffkreislauf umgesetzt wird, liegt im Gigatonnen-Bereich. Ändern sich die Winde, kann sich auch das Klima verändern. Und die Forscher haben Anhaltspunkte, dass sich die Windzone derzeit verlagert.

Diese Prozesse und ihre Veränderungen im Laufe der verschiedenen Erdepochen besser zu verstehen ist Ziel einer neuen Studiengruppe, besetzt mit deutschen und chilenischen Naturwissenschaftlern, die sich am Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) gegründet hat. Während ihres dreitägigen Treffens von Mittwoch bis Freitag tauschten sich die knapp zehn Tagungsmitglieder über ihre während ihrer Forschungsaufenthalte in Patagonien zu Lande und zu Wasser gesammelten Messdaten aus, die mitunter weit in die Erdgeschichte zurückgehen. Dr. Lamy spricht von „Archiven“, die zum Beispiel aus Bohrkernen aus dem Gletschereis gewonnen werden. Die Daten können vielleicht auch helfen, die Entwicklung des Klimas in der Zukunft genauer zu modellieren, sagt die Biologin Prof. Dr. Carina Lange aus Chile. Denn dabei spielt der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre, das ist mittlerweile Allgemeingut, eine große Rolle. Der Kohlendioxid-Gehalt ist, so die Geologin Dr. Katharina Pahnke von der Max Planck Research Group an der Uni Oldenburg, seit Beginn der Industrialisierung drastisch angestiegen. Heute sei doppelt so viel von dem klimaschädlichen Gas in der Luft wie noch zur letzten Eiszeit vor 10 000 Jahren. In den kommenden beiden Jahren plant die Studiengruppe noch zwei weitere Treffen in Delmenhorst. In der Zwischenzeit läuft die Kommunikation über Skype, WhatsApp und E-Mails weiter. Zum Abschluss will die Gruppe eine größere Tagung organisieren. „Es gibt immer mehr Fragen. Und hoffentlich auch einige Antworten!“, sagt Prof. Lange.

Die neue „study group“ ist die erste Studiengruppe, die sich am HWK mit Meeres- und Klimaforschung befasst. Bereits etabliert sind vier sozialwissenschaftliche Studiengruppen und zwei Gruppen, die sich mit neuro- und kognitionswissenschaftlichen Themen auseinandersetzen.

Wolfgang Bednarz
Delmenhorst
Redaktion Delmenhorst
Tel:
04221 9988 3

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