Delmenhorst - „Es ist doch nur eine Ampel. Locker bleiben!“ Eine Stunde ist um, die Schmusephase ist vorbei, Ring frei fürs Hauen und Stechen bei der „Kennenlern- und Fragerunde“ mit den drei Delmenhorster Oberbürgermeister-Kandidaten am Mittwochabend im Gemeindesaal der syrisch-orthodoxen Kirchengemeinde an die Elsflether Straße. SPD-Kandidat Axel Jahnz verteidigte sich gegen Amtsinhaber Patrick de La Lanne (parteilos), der ihm als Huder Bürgermeister hinsichtlich der stillgelegten Verzinkerei in Hude („ein Schandfleck“) ein Jahrzehnt der Untätigkeit vorgeworfen hatte. Doch was hat das mit welcher Ampel zu tun? „Um die kämpfen wir seit elf Jahren“, sagte eine Aramäerin. Die Fußgängerampel soll die Überwegung über die Nordenhamer Straße zur Kirchengemeinde sicherer machen. Immer wieder sei es dort zu gefährlichen Situationen gekommen. Politik und Verwaltung sei das Problem zwar bekannt, passiert sei nichts. Bezüglich der Ampel jedenfalls versprach Jahnz sofortige Umsetzung. „Es hätte schon längst passieren müssen“, sagte er. Dafür bekam er von de La Lanne eine Breitseite: „Herr Jahnz, Sie machen Versprechungen über Versprechungen. Die finanzielle Lage ist eben angespannt!“ Mit Versprechen hielt sich CDU-Kandidatin Heidi Naujoks zurück, bis auf eines: „Ich verspreche Ihnen eine Beschäftigungsförderungsgesellschaft für Delmenhorst.“ Solch eine hatte sie bereits in der Wesermarsch als Sozialdezernentin aufgebaut.

Rund 100 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil. Eingeladen hatte Matthias Matay Gabriel, Vorsitzender des Integrationsbeirates. Thematisch sollten die Belange der Delmenhorster mit Migrationsgeschichte im Vordergrund stehen. Dank der stringenten Moderation von Pastorin Anne Frerichs gelang dies auch. Nach der Vorstellungsrunde wurden die Kandidaten gebeten, sich zu von Frerichs vorgegebenen Feststellungen bezüglich der Integrationspolitik zu positionieren. Etwa zu dieser: „Wenn Geld (Landes-, Bundes- oder EU-Mittel) für Aufgaben der Integration fehlt, sollte die Stadt selber aktiv werden“. Ein klares Nein hierzu kam nur von Naujoks, die überzeugt ist, dass man ganz sicher an Fördergelder herankommen könne. Anders Jahnz: „Ja, sonst verlieren wir die Menschen.“ Auch de La Lanne will sich dafür einsetzen: „Ja, da müssen wir als Stadt einspringen.“ Viele weitere Bekenntnisse pro Integration folgten, da wollte sich niemand eine Blöße geben.