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NWZonline.de Region Delmenhorst

„Man darf nicht wegschauen“

26.03.2019
Frage: Warst du schon einmal in Delmenhorst?
Thomas Godoj: Ich war drei Mal in Delmenhorst, in der Divarena. Der Kontakt kam über Sascha Borchers. Er war total begeistert von der Divarena. Das war eine tolle Location und so entstand der Kontakt.
Frage: Und wie hat es dir hier gefallen?
Godoj: Wenn wir unterwegs sind, sehen wir nicht viel von den Städten. Aber die Shows, die ich hier gespielt habe, waren super.
Frage: Worauf können sich die Delmenhorster freuen?
Godoj: Auf eine ordentliche Portion Rock’n’Roll. Wir sind mit dem aktuellen Studioalbum und der ganzen Rockcombo am Start. Das wird auf jeden Fall laut. Wir werden ordentlich Gas geben und die neuen Songs präsentieren, aber auch Klassiker.
Frage: Auf deinem neuen Album sprichst du gesellschaftliche Themen an. So heißt es etwa „Braun ist und bleibt keine Option“. Warum dieses Thema?
Godoj: Gegenfrage: Warum nicht? In sozialen Netzwerken oder beim Autofahren kommen Nachrichten, die niemand hören will. Wie kann das sein in der heutigen Zeit? Der Rechtsruck wird salonfähig. Leute sind negativ gegen andere Mitbürger eingestellt, ohne sich selber zu durchleuchten. Das sollte uns allen Sorge bereiten. Man darf nicht wegschauen. Als Künstler habe ich die Möglichkeit, mich vor Publikum zu äußern. Ich will keine Nazis auf den Konzerten und wenn sie doch vorbeikommen, hoffe ich, sie bewegen zu können. Es gibt ja auch Leute, die nur mitlaufen.
Frage: In dem Lied „Labyrinth der Bytes“ singst du von der Jagd nach Klicks und Likes. Kritisierst du da die sozialen Medien?
Godoj: So gesehen ja. Wir sind alle drauf angewiesen, da sind ja auch neue Berufszweige entstanden, das ist nicht verkehrt. Aber manchmal besteht die Gefahr, dass Leute zu sehr und zu tief eintauchen. Klar, ich bin drauf angewiesen und es ist gut geeignet, um die Leute im Internet abzuholen. Das sind gute Werbeplattformen. Aber man muss das auch kritisch beäugen. Da gibt es viel Mobbing und Shitstorms, man kann damit Leute verletzen.
Frage: Wie hat sich das Musikbusiness in den vergangenen Jahren verändert?
Godoj: Klassischerweise veröffentlichte man das Album, dann eine Single – die gibt es heute gar nicht mehr. CDs sind schon fast nostalgisch. Das Problem ist, dass YouTube und andere Streamingportale nicht ordentlich vergüten. YouTube zahlt jetzt auch mal Geld an die Gema. Aber für einen Stream bekommt man 0,001 Cent, das ist ja eigentlich lachhaft. Doch die Betreiber dieser Plattformen haben momentan das Sagen und Verträge mit den großen Firmen.
Frage: Hast du deswegen dein eigenes Label gegründet?
Godoj: Darum geht es auch im Song „Gladiatoren“. Was eine Sendung (Anm. der Redaktion: Deutschland sucht den Superstar), durch die ich zu einer öffentlichen Person geworden bin, mit sich bringt, ist das Schema F. Das ist ein fertiges Ding, das mit der Plattenfirma abgekaspert ist. Trotzdem bin ich dankbar, dass so viele toll fanden, was ich gemacht habe. Die sind heute größtenteils noch da.
Frage: Deine letzten drei Studioalben hast du durch Crowd­funding finanziert. Wie kam es dazu?
Godoj: Aus ethischen Gründen, weil das nicht mehr mein Niveau war, musste ich weg von den Plattenfirmen. Da muss man zusehen, wo man bleibt. Es gibt heutzutage die Möglichkeit, über Crowdfunding, also mit dem Schwarm, ein Album zu finanzieren. Über einen Zeitraum von drei Monaten können Fans exklusive Produkte bestellen. Das ist viel Arbeit. Klar gibt es Plattenfirmen, die das Risiko tragen und alles für dich erledigen. Aber das gilt nicht, wenn man bei einer Sendung wie DSDS mitgemacht hast, dann hast du den Zenit für die überschritten. Wenn Leute zu Castingsendungen gehen und denken, sie können was und sind anschließend eine große Lachnummer, tut mir das am Ende des Tages auch leid. Aber jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.
 Das Konzert beginnt am Samstag, 6. April, um 20 Uhr in der Divarena, Einlass ab 19 Uhr. Karten gibt es an der Abendkasse und unter nordwest-ticket.de.
Manuela Wolbers Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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