Delmenhorst - Der 25. August 2025 dürfte im Handy-Kalender dreier Jugendlicher aus Delmenhorst sowie aus den Partnerstädten Borisoglebsk (Russland) und Lublin (Polen) bereits mit einer Notiz vermerkt sein. An diesem Tag wird die Zeitkapsel geöffnet. Sie enthält Briefe und ein Video. Zu lesen und zu hören sind die Wünsche der Jugendlichen für die Zukunft. Aufbewahrt wird die Kapsel im Fachdienst Jugendarbeit.
Die Zeitkapsel ist Ende August im Rahmen eines Sommercamps in Schwerin entstanden. Polen, Russen sowie die Delmenhorster Fabian Wittenberg (15), Maurice Maischak (15), Jonas Rüffert (16) und ein Schüler aus Ganderkesee waren dabei und diskutierten darüber, wie sich die Jugendpolitik bis zum Jahr 2025 wohl verändern wird. „Es war außerdem interessant, die anderen Kulturen einmal kennenzulernen“, sagte Jonas bei der Vorstellung der Ergebnisse am Dienstag.
Einen guten Eindruck von den anderen Nationen bekamen die Teilnehmer an den Themenabenden. Die polnischen Jugendlichen stellten eine Hochzeit mit den verschiedenen landestypischen Bräuchen und Speisen dar. Die russischen Teilnehmer sorgten mit Musik und Folklore-Tänzen für Unterhaltung. Das deutsche Quartett brachte Szenen aus den Märchen der Brüder Grimm auf die Bühne, führte die Bremer Stadtmusikanten auf und ließ alle WM-Tore der Fußball-Nationalmannschaft zeigen. Serviert wurden dazu Currywurst und Brezeln, mittags gab es Königsberger Klopse.
„Diese Themenabende sollten den Jugendlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Kulturen aufzeigen und Klischees brechen“, sagte Mauricio Blanco Crespo, der die Gruppe begleitete. Außerdem stand eine Stadtführung in Berlin auf dem Programm, und im Klettergarten war Vertrauen und Teamgeist gefragt.
Das von der EU geförderte Projekt fand zum ersten Mal mit den Partnerstädten Borisoglebsk und Lublin statt, berichtete Nele Gonnermann vom Fachdienst Jugendarbeit. Mit Dänemark gebe es diesen Austausch regelmäßig, ob er sich auch auch für Polen und Russland etabliere, bleibe abzuwarten. Sicher ist indes: Am 25. August 2025 werden 20 dann nicht mehr ganz so junge Menschen gespannt in ihre Briefkästen gucken.
