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NWZonline.de Region Delmenhorst

Kalte Hände zur Eröffnung

29.01.2007

DELMENHORST Zentrales Thema ist die Deportation nach Auschwitz. Die Ausstellung will auch über Sinti und Roma aufklären.

Von Daniela Dinstbier DELMENHORST - „Ich bekomme immer kalte Hände, wenn ich zur Eröffnung der Ausstellung ,Aus Niedersachsen nach Auschwitz – Die Verfolgung der Sinti und Roma in der NS-Zeit‘ eingeladen werde“, sagte Karl-Heinz Weiss vom Niedersächsischen Verband Deutscher Sinti gestern im Vortragsraum der Volkshochschule (VHS). Nicht, weil er aufgeregt sei, vor vielen Menschen zu sprechen, sondern weil die Ausstellung auch vom Schicksal seiner Sinti-Familie erzähle. „Ich habe noch nicht verstanden, was sie getan haben, um so leiden zu müssen. Sie waren niemals vorbestraft.“

Die Ausstellung zur Deportation der Sinti und Roma aus Niedersachsen ist seit gestern im Lichthof der VHS zu sehen. Auf über 20 Tafeln werden die Biografien rund 50 Betroffener dargestellt, die 1943 von der Kriminalpolizei in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau verschleppt oder bereits zuvor verfolgt und schikaniert wurden. Von den insgesamt 24 000 niedersächsischen Sinti und Roma überlebten nur 3000 den Aufenthalt in dem Lager.

Die Ausstellung widmet sich aber nicht nur der Frage, wie es zu den Deportationen kommen konnte, sondern klärt gleichzeitig über das Volk der Sinti und Roma auf, „denn auch heute noch will ein Großteil der Bevölkerung nichts mit ihnen zu tun haben“, erklärte Boris Erchenbrecher während der Eröffnungsfeier das Konzept der Ausstellung. Selbst in den Schulbüchern werde das Schicksal dieser Menschen ausgeklammert. „Meist ist dort nur der Satz zu finden, dass auch sie verfolgt wurden.“

Als Vertreterin der Stadt, die zu der Eröffnung eingeladen hatte, verwies Swantje Hartmann darauf, dass erst 1982 der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt als Erster die Verfolgung der Sinti und Roma in Deutschland als Völkermord bezeichnet hatte. Zudem erinnerte sie an die 290 Zwangsarbeiter, Russen und Ukrainer, die in Delmenhorst aufgrund schlechter hygienischer Bedingungen, unzureichender Ernährung und massivem Arbeitsdruck ums Leben kamen.

Zu sehen ist die Ausstellung montags bis freitags von 8.30 bis 21.30 Uhr. Boris Erchenbrecher bietet am Montag, 12., sowie Mittwoch, 14. Februar, jeweils von 15 bis 16 Uhr öffentliche Führungen an. Um Anmeldung unter Tel. 04221/9818018 wird gebeten.

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