Delmenhorst - „In dieses Gebäude muss investiert werden“, fordert der Pächter der Kneipe Kerem, Ekrem Kurku. Die Fassade der Traditionsgastronomie an der Syker Straße ist veraltet. Schon dreieinhalb Jahre hat der Inhaber Angst, dass er seine Kultur-Leidenschaft in der Kneipe an der Syker Straße nicht mehr ausleben kann. Jetzt steht das Gebäude, in dem das Kerem untergebracht ist, vor der Zwangsversteigerung.
Im Jahr 2010 war Kurkus Bruder, der Besitzer des Gebäudes, gestorben. Dessen Sohn erbte das Haus, konnte aber kein Geld für den Erhalt des Grundstücks aufbringen. Die Banken fordern mittlerweile Geld vom Inhaber. Bei Nichtzahlen findet das Gebäude einen anderen Besitzer. Der Termin für die Versteigerung ist für den 13. August angesetzt.
Seit 35 Jahren arbeitet Kurku im Gastronomiebereich. „Kerem ist eine Traditionskneipe. Sie ist in der ganzen Stadt bekannt“, berichtet er. „Wir kämpfen für die Kunst und Kultur.“ Heute hätten es alle schwer, die mit Kunst Geld machen wollen. „Aber wir haben viele Gäste, die unser Angebot gut finden und zu unseren Veranstaltungen kommen. Die Theateraufführungen, Konzerte und andere kulturelle Aktionen sind der Grund, warum die Kneipe läuft.“
Nachdem die Kneipe 1988 als Blues-Bar anfing, kamen danach Irish Folk und Rock dazu. Mittlerweile ist Kerem ein bekannter Treff für qualitative Veranstaltungen geworden. Damit die Kneipe sich nicht auflöst, hofft er auf seine Stammkundschaft, denn nur die könne absichern, dass er auch weiter sein abwechslungsreiches Programm finanzieren kann. „Wir brauchen euch jetzt“, ruft er fast flehend.
Beim Thema Zwangsversteigerung ist er zuversichtlich: „Ich bin froh, dass wir endlich Klarheit haben danach“, sagt Ekrem Kurku. „Entweder es findet sich ein Investor, der das Kerem unterstützt oder wir ziehen um in ein anderes Gebäude“, erklärt der Pächter. Die Erleichterung, Bescheid zu wissen, sei immens. Erst wolle er jedoch sehen, wie das Gericht urteile.
2800 Quadratmeter ist das Grundstück groß, seit dem Bau in den 50-er Jahren wurde es quasi nicht mehr renoviert. „Falls ein Investor gefunden wird, muss er Geld in das Haus investieren“, erklärt der Pächter. Das Kunst- und Kulturparadies sollte nämlich weiter Gruppen aus der ganzen Welt locken, findet er.
