Delmenhorst - Spaß, Unterhaltung und ein Tag mit der Familie, wie er sonst nicht leistbar ist – das stand beim ersten Delmenhorster Kinderstadtfest im Vordergrund, das vom Verein „Stars 4 Kids“ organisiert wurde. Mit ihm sollten im August Spenden für das Hauptfeld des Vereins, nämlich den Kinder-Mittagstisch, gesammelt werden, mit dem täglich Kindern 300 Mittagessen finanziert werden. Doch es kam anders.

Der Verein erwirtschaftete ein sattes Minus von 19 987,84 Euro und sammelte zugleich nur rund 3000 Euro für den Mittagstisch. „Noch einmal machen wir das nur, wenn die Stadt Delmenhorst die Finanzierung sicherstellt“, betont Vorsitzende Britta Burke. Das Defizit wurde aus den Mitteln des Vereins, quasi aus seinen Ersparnissen bezahlt, Gelder vom Mittagstisch durften nicht verwendet und wurden für das Kinderstadtfest auch nicht verwendet, so Burke.

Zu dem Defizit sei es gekommen, da die Auflagen – Stromleitungen, Wasser, Sicherheitsdienst – am Ende höher waren als angenommen. Außerdem führte die Tragödie von Nizza kurz vorher und eine Bombendrohung, die damals auf Anraten der Polizei nicht bekannt gemacht wurde, zu weiteren Auflagen.

„Wir können das nur noch mal machen, wenn die Stadt auf Kosten verzichtet oder wir Unterstützer dafür finden. Ich kann aber heute nicht von Sponsoren ausgehen, die ich noch nicht habe“, so Burke. Noch einmal könnte eine Veranstaltung in dieser Größenordnung nicht aus Mitteln des Vereins bezahlt werden.

Aus mehreren politischen Fraktionen wurde daher „Stars 4 Kids“ geraten, einen Antrag auf Übernahme der Kosten durch die Stadt zu stellen. „Von dem Antrag hängt ab, ob wir noch einmal beteiligt sind.“

Am 14. Februar soll der Antrag den Jugendhilfeausschuss passieren. Im Gespräch mit Medienvertretern äußerte sich Ratsfrau und Vorsitzende des Ausschusses, Antje Beilemann, skeptisch. Sie befürchtete, dass das Thema Vetternwirtschaft aufkomme, da sie selbst, der Vorsitzende des Fachbereichs, Rudolf Mattern, und auch Oberbürgermeister Axel Jahnz Mitglieder von „Stars 4 Kids“ seien.

Vor allem fürchte sie sich aber vor der Schaffung eines Präzedenzfalls, bei der auch anderen Veranstaltern in Zukunft die Kosten erlassen werden müssten.

Britta Burke versteht den Einwand nicht und ist überrascht, dass ihr Antrag mit soviel Vorlauf einen solchen Aufruhr verursacht. „Wir haben keinen Cent am Kinderfest verdient.“ Verwaltungskosten gebe es in dem Verein nicht. „Unser Geld geht nahtlos in die Kinderhäuser über“, bestätigt ihr Stellvertreter Franz-Josef Franke.

Das Kinderstadtfest soll wieder stattfinden, am besten hauptsächlich verantwortet vom Jugendamt, unterstützt in der Planung vom Verein. „Es wäre fahrlässig, wenn wir das so wie im vergangenen Jahr noch einmal machen würden“, findet Burke.

Nun steht die Ausschusssitzung bevor (Dienstag, 14. Februar, 17 Uhr in der Mensa des Max-Planck-Gymnasiums). Vorstandsmitglied Franz-Josef Franke hofft, dass der Antrag dem Rat zur Vorlage empfohlen wird. „Ich bin über den Stress irritiert. Jetzt wird es spannend und die Politik muss eine Meinung finden.“