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NWZonline.de Region Delmenhorst

Klinikum will Ex-Kollegen von Patienten fernhalten

29.11.2016

Delmenhorst Das Klinikum Delmenhorst will drei angeklagte Ex-Kollegen des Serienmörders Niels Högel vorerst von den Patienten fernhalten. Das Krankenhaus reagiert damit offensichtlich auf die Forderung der Angehörigen von Högel-Opfer.

„Nach intensiven Gesprächen zwischen Klinikleitung und den drei im Fall Niels H. angeklagten Mitarbeitern sind alle Beteiligten einvernehmlich zu dem Schluss gekommen, dass die Beschäftigung der Angeklagten zwar wie geplant aufrecht bestehen bleibt, der weitere Dienst sich bis zur Urteilsverkündung aber auf patientenferne Tätigkeiten beschränken wird“, erklärte Krankenhaus-Geschäftsführer Thomas Breidenbach am Montag. Bis zum Abschluss des Strafverfahrens gelte bei allen drei Mitarbeitern nach wie vor die Unschuldsvermutung. „Aufgrund der erhöhten Sensibilität und Brisanz der aktuellen Entwicklungen waren wir uns aber alle einig, nun diesen Schritt zu gehen“, sagte Breidenbach.

Die Klinikleitung hatte am vergangenen Freitag, als die Anklage bekannt wurde, Konsequenzen für die beschuldigten Mitarbeiter noch abgelehnt und auf „das hohe fachliche Ansehen“ der Betroffenen hingewiesen.

Christian Marbach (Ganderkesee), Sprecher von Angehörigen, begrüßte das Umdenken. „Eine Entscheidung, die wir als Angehörige der Klinikopfer eingefordert haben und die wir, auch in Anbetracht der juristischen Unschuldsvermutung, akzeptieren“, sagte Marbach der NWZ.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat insgesamt sechs Ex-Kollegen von Högel im Klinikum Delmenhorst angeklagt: vier Pfleger und zwei Ärzte. Ihnen wird Totschlag durch Unterlassung vorgeworfen. Die Anklage geht davon aus, dass drei Morde und zwei Mordversuche von Högel im Frühjahr 2005 hätten verhindert werden können.

Hier finden Sie ein NWZ-Spezial zum Krankenpfleger-Prozess.

Marco Seng Redakteur / Reportage-Redaktion
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