• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Delmenhorst

TABUTHEMA: KPR sagt „Gewalt gegen Senioren“ den Kampf an

09.12.2005

DELMENHORST DELMENHORST/HG - Der zunehmenden Gewalt gegen ältere Menschen will der Kriminalpräventive Rat (KPR) der Stadt möglichst schon im Vorfeld begegnen und bietet sich deshalb als Helfer und Vermittler an. Der stellvertretende KPR-Vorsitzende Gerd Schütte stellte gestern vor der Presse einen vor zwei Monaten erschienenen Flyer vor, in dem Ansprechpartner und Telefonnummern für potenzielle Opfer und Täter genannt werden. Damit, so Schütte, wolle man aufklären und keinesfalls dramatisieren.

Die Tatsache, dass rund zwei Drittel aller Fälle im familiären Bereich passierten, lasse erkennen, wie schwierig eine Offenlegung des Themas sei, meinte Schütte. Gleichwohl sei Gewalt - egal gegen wen - niemals Privatsache.

„Für fünf bis sechs Prozent der Senioren gehört Gewalt zum Alltag“, erklärte KPR-Geschäftsführerin Angelika van Ohlen. Das sei wissenschaftlich belegt.Ebenso die Tatsache, dass Gewalt sich oftmals über Jahre entwickle und dann eskaliere.

Seit Erscheinen des Flyers, so Regina Logemann von der KPR-Arbeitsgruppe Gewalt, seien schon fünf Fälle, die teilweise anonym gemeldet worden seien, bearbeitet worden. Dabei habe sich gezeigt, dass Pflegepersonen entgegen bester Vorsätze und guten Willens oftmals einfach überfordert seien.

Trotz eines gut ausgebauten Hilfenetzes mit Pflegediensten und Sozialstationen komme es gerade in Tabubereichen, zu denen die Gewalt gegen Ältere zählt, zu Lücken. „Hier wollen wir als Vermittler eingreifen“, bietet van Ohlen die größtenteils ehrenamtliche Mitarbeit von KPR, Seniorenbeirat mit Monika Kiesewetter und Hermann Röben, der Arbeitsgruppe Gewalt mit Regina Logemann und Yusuf Aladag und dem Sicherheitsbeauftragten für Senioren, Wolfgang Schröter, an.

„Die potenziellen Täter sind häufig auch die Opfer“, gibt Polizeidirektor Schütte zu bedenken. Sie seien oftmals psychisch und physisch überfordert. Ähnlich ergeht es einem Ehemann, der sich nach Logemanns Angaben Hilfe suchend an den KPR gewandt hat. Er pflegt seit sieben Jahren rund um die Uhr seine demenzkranke Frau - und leidet dabei selbst zunehmend unter seelischer Grausamkeit, die kein Ventil findet. „Dieser Mann hat kaum noch Außenkontakte, spricht mit dem Blumen in seinem Garten“, erzählte Logemann.

Arbeitsgruppen-Mitglied Yusuf Aladag machte auf eine Besonderheit ausländischer älterer Mitbürger aufmerksam.Ihnen falle es zumeist extrem schwer, mit anderen über belastende familiäre Situationen zu sprechen. Deshalb auch das Angebot des KPR, sich anonym zu melden.

Dies ist möglich unter den Telefonnummern 992519 (Angelika van Ohlen, 16026 (Monika Kiesewetter), 40756 (Hermann Röben), 1559305 (Wolfgang Schröter), 963025 (Regina Logemann) und 0172 5261571 (Yusuf Aladag).

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.