Delmenhorst - „Das Bruttoinlandsprodukt wird steigen. Aber nicht alles ist eins zu eins auf Delmenhorst übertragbar.“ Marion Denkmann, stellvertretende Leiterin des Delmenhorster Jobcenters, ist Realistin genug, für das Jahr 2014 nicht allzu Positives für Delmenhorst zu erwarten. „Von der Wirtschaftsstruktur sind wir Ruhrgebiet. Die wirtschaftlichen Bedingungen können wir hier nicht verändern.“ Auch ein Anstieg der Industriebeschäftigten um zwölf Prozent im ersten Halbjahr 2013 (Erweiterung der Firma Könecke) vermochte die Situation nicht zu verbessern, denn der überwiegende Teil der Beschäftigten war bereits zuvor in dem Unternehmen tätig. Trotzdem versucht das Jobcenter das Beste draus zu machen. Wie es in 2013 war und welche Schwerpunkte das Jobcenter im Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2014 setzt, war am Dienstag Thema eines Gesprächs mit Denkmann und Jobcenter-Geschäftsführer Hero Mennebäck.
Die Integration in Erwerbstätigkeit gelang 2013 nicht in dem Umfang wie erhofft. Im Vergleich von 23 Jobcentern belegte Delmenhorst Rang 22, bei der Vermeidung von Langzeitbezug Rang 17. Derzeit gibt es in der Stadt knapp 5300 Personen, die in den vergangenen zwei Jahren mindestens 21 Monate lang Leistungen bezogen haben. Für 2014 prognostiziert die Behörde eine leichte Steigerung um 0,4 Prozent. Rund zwei Drittel der Jobcenter-Kunden gelten als „marktfern“.
Für die aktive Arbeitsförderung werden dem Jobcenter laut Mennebäck in 2014 ähnliche Summen wie im Vorjahr zur Verfügung stehen. Als wichtigster Handlungsschwerpunkt wird wie schon 2013 die Erstausbildung junger Erwachsener von 25 bis 40 Jahren angesehen. „Der Arbeitsmarkt wird diese Kräfte brauchen“, sagt Denkmann wegen des sich abzeichnenden Fachkräftemangels. Im Vorjahr waren es immerhin 23 Kunden, die auf Betreiben des Jobcenters Ausbildungen und Umschulungen aufnahmen. Die Integration von Alleinerziehenden und Älteren sind weitere Schwerpunkte.
