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NWZonline.de Region Delmenhorst

Selbstversuch: „Kupplungsmörder“ am Steuer

20.07.2013

Delmenhorst Die Führerscheinprüfung: Sieben Jahre ist dieses Ereignis jetzt her. Seitdem habe ich weit mehr als 100 000 Kilometer mit dem Auto zurückgelegt. Im Alter von 16 Jahren bin ich erstmals Motorrad (125 ccm) gefahren, selbst einen Jet-Ski habe ich schon unfallfrei über das Meer manövriert. Aber auf einem Trecker saß ich zuletzt vor etwa 15 Jahren, als bei meinen Großeltern noch Stroh eingefahren wurde. Deutz, Fendt, McCormick: Ich kannte damals jedes Modell und hatte nahezu alle erdenklichen Miniatur-Trecker.

Nun soll ich eine Fahrstunde auf einem „New Holland“ nehmen. Mit Anhänger. Aha. Als mir Heiko Marchewa, Fahrlehrer bei der Fahrschule Ohsmer, den „TD 5040“ zeigt, weiß ich es ganz sicher: New Holland ist kein US-Bundesstaat, auch keine amerikanische Stadt. Erst einmal erfolgt eine Einweisung. Keine schlechte Idee. „Sie müssen schließlich wissen, womit Sie es zu tun haben“, sagt der 59-Jährige. Im Schnelldurchgang erklärt er mir den Motorraum sowie technische Daten zu Trecker (89 PS, Höchstgeschwindigkeit 40 Kilometer pro Stunde) und Anhänger.

Für die Führerscheinanwärter nehmen sich Inhaber Friedbert Ohsmer, der mit seiner Fahrschule seit 39 Jahren in Delmenhorst ansässig ist, und sein Team natürlich mehr Zeit. Wobei die Ausbildung für die T-Fahrerlaubnis im Rahmen eines Intensivkurses erfolgt. „Theorie und Praxis laufen meist parallel ab. In zehn bis 14 Tagen machen wir die Fahrschüler prüfungsbereit“, betont Marchewa. Und was bereitet ihnen am meisten Probleme? „Das finden Sie am besten selber heraus“, sagt er lächelnd.

Dann ist es soweit: zweiten Gang einlegen, Kupplung kommen lassen, und der Trecker rollt los. Wir bleiben auf dem großen Gelände und drehen eine Runde um die Firmenhalle neben der Fahrschule. Für die zweite Runde lege ich den dritten Gang ein, die Fahrt geht zügiger. „Die meisten Anwärter auf den T-Führerschein kommen aus der Landwirtschaft, sie sind auf dem Trecker geboren“, scherzt der 59-Jährige, bevor wir abschließend das Rückwärtsrichten üben – ein Teil der praktischen Prüfung neben dem Verbinden und Trennen von Trecker und Anhänger. Eine Wissenschaft für sich, wie ich ohne Erfahrung in Sachen Einparken mit einem Anhänger merke. Marchewa bleibt dennoch geduldig, erklärt auf seine ruhige Art den Ablauf.

Nachdem der Anhänger ordnungsgemäß abgestellt und gesichert ist, parke ich den Trecker noch rückwärts zwischen zwei Fahnenstangen ein. Das klappt recht gut. Marchewas Beurteilung: „Sie sind zwar ein Kupplungsmörder. Aber in Ihnen ist wohl auch ein kleiner Landwirt verloren gegangen.“

Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht. Schade, dass meine Großeltern kein Stroh mehr einfahren.

Lars Herrmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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