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NWZonline.de Region Delmenhorst

Landgericht spricht angeklagte Mutter frei

22.01.2014

Delmenhorst /Oldenburg Mit einem Freispruch für die angeklagte Mutter ist am Dienstag vor dem Oldenburger Landgericht der Delmenhorster Prozess um schwerste Kindesmisshandlung zu Ende gegangen. Der 25-Jährigen war vorgeworfen worden, ihrem zwei Monate alten Säugling 26 Knochen gebrochen zu haben. Doch das ließ sich in der mehrmonatigen Verhandlung nicht feststellen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass auch andere die Täter gewesen sein könnten, sagte am Dienstag der Vorsitzende Richter Hugo Sponer.

Mit dem Freispruch folgte die Kammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Auch sie war nach der umfangreichen Beweisaufnahme nicht mehr davon überzeugt, dass die Angeklagte die Täterin ist. Gestützt hatte sich die Anklage auf das Gutachten eines hochkarätigen Psychiaters. Der hatte der 25-Jährigen das so genannte Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom bescheinigt. Personen, die darunter leiden, verletzen häufig ihre eigenen Kinder, um diese dann verhätscheln zu können.

Bis zum Schluss war der Sachverständige bei seiner Einschätzung geblieben. Doch er hatte die Rechnung ohne die Delmenhorster Verteidigerin Dr. Corina Seiter gemacht. Die Anwältin hatte von Anfang an an die Unschuld ihrer Mandantin geglaubt und das Gutachten des Psychiaters mehr als zerpflückt. Zu oberflächlich und zu wenig Substanz: Der Sachverständige habe die Angeklagte nur vier Stunden angehört, um dann das vernichtende Urteil zu fällen.

Auch der Oldenburger Gerichtspsychiater wollte von einem Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom nichts wissen. Die Angeklagte selbst hatte stets ihre Unschuld beteuert. Sie und ihr Ehemann suchen den wahren Täter im Familien- und Bekanntenkreis. Das Gericht schloss diese Variante am Dienstag auch nicht aus. Deswegen war die 25-Jährige auch freizusprechen.

Tränen der Freude, doch einen bitteren Beigeschmack hat das Geschehen dann doch. Aufgrund der Anschuldigungen ist der Angeklagten ihr Kind weggenommen worden. Es lebt zurzeit in einer Pflegefamilie. Dort wird es aller Wahrscheinlichkeit nach auch bleiben.

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