Delmenhorst - Es ist egal, welcher Nationalität oder Religion sie angehören, ob sie eine geistige oder körperliche Behinderung haben oder welchen familiären Hintergrund – in der Schülerfirma „Küchenzauber“ der Berufsbildenden Schulen BBS II spielt dies alles für die Zusammenarbeit keine Rolle. Zusammen mit ihrern Kolleginnen und Kollegen aus den Delme-Werkstätten für Menschen mit Behinderung leben die Schüler der Berufsbildenden Schulen II am Wiekhorner Heuweg Inklusion.
Multikulti mit Spaßfaktor
„Wir sind Multikulti. Wir verstehen uns und haben zusammen Spaß“, sagte Lehrerin und Projektleiterin Christina Dierk am Donnerstag in der Kerschensteiner-Schule. Die Schülerfirma „Küchenzauber“ gibt es bereits seit fünf Jahren. Gegründet wurde sie durch Schüler der Praxisgruppe Hauswirtschaft der Berufseinstiegsklasse (BEK) – einer einjährigen Schulform. Die Kooperation mit den Delme-Werkstätten besteht seit einem Jahr. Die Schülerfirma ist im Catering-Bereich tätig und stellt nachhaltige Produkte her. Verkauft werden sie schließlich in der Schule oder bei Veranstaltungen der Stadt Delmenhorst. Neben den klassischen Zielen einer Schülerfirma, wie der Umsetzung eigener Ideen, selbstständiges und verantwortliches Handeln sowie das Erlernen von Grundkenntnissen der Firmengründung und Betriebsführung, steht auch die Inklusion im Mittelpunkt. 80 Schüler aus 20 Nationen hat Dierk in den vergangenen Jahren begleitet. Nun waren die Teilnehmer der Delme-Werkstätten Teil des Projekts. Neu sei die Zusammenarbeit mit der Schule allerdings nicht. „Wir kooperieren schon seit Langem mit der BBS II, in verschiedenen Projekten. Das ist eine vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit“, erklärt Katharina Lischke-Tillmann, pädagogische Mitarbeiterin der Delme-Werkstätten.
Leuchtturmprojekt
Rolf Dasecke, Regionalkoordinator im Projekt „Nachhaltige Schülerfirmen als Instrument zur Förderung von Inklusion“, hatte bei seinem Besuch neben einem Scheck über 500 Euro noch viele warme Worte im Gepäck. Er wertete die Arbeit der Schüler als „Leuchtturmprojekt unter den inklusiven Schülerfirmen in Niedersachsen“. Das Inklusionsprojekt in Delmenhorst zeige auf vorbildhafte Weise, wie Schüler in einer gemischten Lerngruppe miteinander auskommen und sich gegenseitig fördern können. Und Dierk sagte: „Wenn es ein Beispiel dafür gibt, dass Inklusion funktioniert, dann ist es unsere Schülerfirma ,Küchenzauber‘.“
