NWZonline.de Region Delmenhorst

Auszeichnung: Lohn für schwierige Arbeit

16.08.2016

Delmenhorst Es ist ein schwieriges Thema, dass sich der Hospizdienst zu eigen gemacht hat. Seit mehr als 20 Jahren begleiten dort Ehrenamtliche Menschen, deren Leben kurz vor dem Ende steht und kümmern sich auch um deren Angehörige. Die harte Arbeit könnte bald belohnt werden: Der Hospizdienst Delmenhorst ist für den Deutschen Engagementpreis nominiert.

Der Preis wird am 5. Dezember in Berlin verliehen. Insgesamt gibt es fünf Kategorien, die jeweils mit 5000 Euro dotiert sind. Hinzu kommt der Publikumspreis, für den es ein Preisgeld von 10 000 Euro gibt. „Die Nominierung macht uns unendlich stolz“, erklärt Karin Stelljes, Vorsitzende des Hospizvereins. Schließlich sei es ein Preis, der deutschlandweit vergeben werde.

Die Arbeit des Vereins sei sehr vielschichtig, erklärt Martina Meinken, Koordinatorin beim Hospizkreis. Die Menschen hätten ganz unterschiedliche Wünsche an ihre Begleiter. Während einige sich fragten, ob sie alle ihre Angelegenheiten geregelt haben, plagen andere unerledigte Dinge, wie zum Beispiel ein ungelöster Familienkonflikt. „Viele haben aber auch ganz einfache Wünsche. Eine Frau wollte zum Beispiel einfach noch einmal einkaufen gehen“, sagt Stelljes. Indem man den Menschen diese Wünsche erfülle, entlaste man auch die Angehörigen.

Rund 30 aktive Begleiter hat der Verein. Aber keiner werde ins kalte Wasser geworfen. „Niemand geht ohne Fortbildung in die Begleitung“, sagt Meinken. Und da die Arbeit mitunter belastend sein kann, gebe es regelmäßige Termine, bei denen professionelle Hilfe zur Verfügung stehe. „In der Regel kommen die Leute aber sehr erfüllt aus der Begleitung“, sagt Stelljes. „Es ist ein schönes Gefühl, zu wissen, dass man etwas Gutes bewirken konnte.“

Eine Herausforderung für die Begleiter sei es immer, wenn Kinder und Jugendliche involviert sind, zum Beispiel wenn in einer jungen Familie der Vater stirbt. „Jugendliche ziehen sich dann oft zurück“, sagt Meinken. Dann muss ein anderer Zugang gefunden werden. Etwa zunächst etwas unpersönlicher über das Internet durch junge Helfer. Die zu finden sei aber gar nicht so einfach. „Besonders junge Leute und Männer fehlen uns“, sagt Stelljes. Der Bedarf sei aber sehr groß.

Wer nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen Redebedarf hat, kann auch ins Trauercafé des Hospizkreises kommen. Es findet an jedem ersten Sonntag und jedem dritten Montag im Monat von 15 bis 17 Uhr in den Räumen des Hospizdienstes, Mühlenstraße 112, statt.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
Rufen Sie mich an:
04451 9988 2504
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.