Delmenhorst - Seit 60 Jahren sind in Delmenhorst die Malteser als Ausbilder, Fahrer und Retter unterwegs. In den vergangenen sechs Jahrzehnten hat sich aber einiges getan, wie Geschäftsführerin Heike Walter erklärt.
Angefangen hat 1956 alles mit einem Erste-Hilfe-Kurs – den hatte damals Bernhard Kindler angeboten. Das sei damals einzigartig in Delmenhorst gewesen, sagt Walter. Zusammen mit einigen der Kursteilnehmer gründete Kindler dann den Malteser Ortsverband. Der Grundstein war damit gelegt.
Prägende Einsätze gab es in den vergangenen Jahren auch genug für die Malteser. Etwa die Schneekatastrophe im Februar 1979 oder das Großfeuer in der Linoleumfabrik 1994. Auch beim Hochwasser 1999 waren die Malteser im Einsatz. Der jüngste größere Fall für die Retter liegt noch kein Jahr zurück: Der Einsturz des Inkoop-Rohbaus.
In all den Jahren hat sich allerdings eine Menge geändert. Das fängt schon bei den Erste-Hilfe-Kursen an: „Damals ging das sehr viel länger“, erklärt Walter. Die Inhalte seien heute sehr viel einfacher, weil man sich auf das Wesentliche beschränke und sich auf die praktische Hilfe konzentriere. Die Theorie spiele in den Kursen kaum noch eine Rolle.
Natürlich ist die Malteser-Gruppe in Delmenhorst auch gewachsen. Mittlerweile sind in Delmenhorst elf Ausbilder, neun Fahrer, fünf Hauptamtliche für die Schnelleinsatzgruppe, zehn junge Leute in der Jugend und 15 Ehrenamtliche unterwegs.
Aber auch bei den Aufgaben hat es einen erheblichen Wandel bei den Maltesern gegeben. „Früher war unsere Hauptaufgabe der Katastrophenschutz“, erklärt Walter. So seien zwar Schwesternhelferinnen ausgebildet worden, ein Beruf war es damals aber noch nicht. Die sollten nur im Falle eines Unglücks oder – vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs – im Kriegsfall in den Lazaretten helfen.
Heute geht es zwar immer noch wesentlich um Katastrophenschutz, aber auch die Betreuung von alten Menschen und Demenzkranken nimmt einen immer größeren Raum ein. Entsprechend gibt es auch Angebote wie den mobilen Einkaufswagen oder das Malteser Film-Café, die von den Leuten sehr gut angenommen werden.
Die neueste Veränderung bei den Maltesern liegt noch gar nicht weit zurück: Im März zogen die Helfer von der baufälligen Unterkunft an der Weberstraße an den Grünen Kamp.
