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NWZonline.de Region Delmenhorst

Mammutverfahren gegen sechs Rumänen beginnt

14.02.2017

Delmenhorst /Oldenburg Mammutprozess mit 34 Verhandlungstagen und mehr als 100 Zeugen: Wegen schweren Bandendiebstahls in 43 Fällen müssen sich seit Montag sechs Rumänen aus Delmenhorst, Bremen und Osterholz-Scharmbeck vor der 4. Großen Strafkammer des Oldenburger Landgerichtes verantworten. Den Angeklagten im Alter zwischen 25 und 38 Jahren wird vorgeworfen, in der Zeit von Januar bis August des vergangenen Jahres in Delmenhorst und in Bremen in wechselnder Beteiligung in Geschäftsgebäude, Tankstellen und Kioskräume eingebrochen zu sein.

Ziel der Brüche waren den Ermittlungen zufolge Bargeld und Tabakwaren. Insgesamt sollen die Angeklagten eine Beute im Wert von rund 100.000 Euro gemacht haben. Einige der Angeklagten haben in Deutschland keinen Wohnsitz. Sie sollen eigens zur Begehung der Taten eingereist sein.

Das Mammutverfahren wird mit großem Aufwand betrieben. Es gelten besondere Sicherheitsvorkehrungen. Im Sitzungssaal 1 des Landgerichtsgebäudes drängeln sich die Angeklagten, ihre Verteidiger und zahlreiche Wachtmeister. Fünf der sechs Angeklagten befinden sich in Haft. Für sie gilt eine sogenannte Tätertrennung.

Damit Einzelheiten der Ermittlungen und der mutmaßlichen Taten nicht ausgetauscht werden können, dürfen die Angeklagten miteinander nicht sprechen, auch in der Haftanstalt nicht. An der Tätertrennung werde sie auch nichts ändern, sagte die Vorsitzende Richterin Judith Blohm. Jedem einzelnen Angeklagten ist ein eigener Dolmetscher zur Seite gestellt worden. Da alle gleichzeitig simultan übersetzen, herrscht im überfüllten Sitzungssaal mitunter Unruhe. Bevor die Oberstaatsanwältin die umfangreiche Anklageschrift verlesen konnte, kritisierten Verteidiger das prozessuale Geschehen und die Anklageschrift. Akten seien nicht vollständig und die Anklage sei mangelhaft. Die Kammer wies das aber zurück.

Die Bande hatte die Polizei in Atem gehalten. Nachdem erste Einbrüche mit den Angeklagten in Verbindung gebracht werden konnten, wurden ihre Telefone abgehört. Im August vergangenen Jahres klickten dann die Handschellen. Weil es sich im vorliegenden Fall um eine Haftsache handelt, galt das sogenannte Beschleunigungsgebot. Innerhalb von sechs Monaten muss danach die Hauptverhandlung beginnen, ansonsten müssten Inhaftierte aus der Haft wieder entlassen werden.

Für die Angeklagten steht nun einiges auf dem Spiel. Jeder einzelne Fall der Anklage ist mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis bedroht.