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NWZonline.de Region Delmenhorst

ARBEITSLOSIGKEIT: Manchmal fehlt noch mehr als ein Job

04.12.2008

DELMENHORST Manchmal ist es gar nicht allein der Job, der fehlt. Manchmal fehlt noch etwas mehr: ein vernünftiger Umgang mit dem Geld, eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung. Rund 40 Prozent der bei der Arbeit und Grundsicherung Delmenhorst (Arge) gemeldeten Menschen brauchen mehr als nur die übliche Hilfe wie etwa das Bewerbungstraining, erzählt Stephanie Niemeyer. Sie betreut bei der Arge das Projekt „Bildung und Arbeitsgelegenheiten“ – eine Maßnahme, die ein Kooperationspartner der Arge, das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW), anbietet.

Neben einem Bewerbungstraining geben die beiden BNW-Mitarbeiter Anja Janoth und Gerd Schreiber auch lebenspraktische Hilfestellungen. Sie erklären, wie man ein Haushaltsbuch führt oder begleiten Teilnehmer zur Bank. „Manche haben gar kein Konto und trauen sich den Weg zur Bank alleine nicht zu“, erzählt Janoth. Und auch gemeinsame Aktivitäten wie Spazierengehen oder Nordic Walking gehören zu der Maßnahme dazu. „Vielen fällt zu Hause ohne Job die Decke auf den Kopf, Sport tut da gut“, sagt Janoth.

In zwei Gruppen werden seit April dieses Jahres jeweils 20 Teilnehmer betreut. In vier Wochen endet das Projekt. Nicht alle haben durchgehalten, viele sind – meist binnen der ersten drei Monate – abgesprungen. Das Ergebnis könne sich aber trotzdem sehen lassen, findet Niemeyer: „39 Prozent der Teilnehmer sind auf dem Arbeitsmarkt integriert oder es besteht begründete Aussicht auf einen Job.“

Ein bisschen misstrauisch sei er am Anfang schon gewesen, ob ihm genau diese Maßnahme helfen könne, berichtet ein Teilnehmer, der unerkannt bleiben möchte. Doch er habe sich vom Gegenteil überzeugt: Die Zusammenarbeit mit der Kursleitung sei gut, Sport treiben in der Gruppe mache Spaß, „man fühlt sich einfach besser“. Nach dem Realschulabschluss hatte er eine Bäckerlehre abgeschlossen und anschließend einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Aus gesundheitlichen Gründen musste er diese später abbrechen. Das BNW-Projekt habe ihm jetzt geholfen, etwas Neues zu finden, „im Medienbereich“, wie er stolz erzählt.

Neben dem Projekt „Bildung und Arbeitsgelegenheiten“ bietet das BNW – dieses Mal im Auftrag der Agentur für Arbeit Delmenhorst – das Bewerberbüro an. Arbeitslose können über einen Zeitraum von zwei Monaten die Hilfe von BNW-Mitarbeiterin Silvia Schindler in Anspruch nehmen und sich bei der Erstellung der Bewerbungsmappe helfen lassen. „Manche brauchen nur ein paar Tipps, einige müssen ihre Unterlagen komplett neu erstellen“, berichtet Schindler. So auch Irma Fischer aus Ganderkesee. „Mein Lebenslauf war zehn Jahre alt. Mittlerweile hat sich aber sehr viel geändert“, erzählt sie. Mit Hilfe der Tipps von Schindler hat sie eine Bewerbungsmappe zusammengestellt und binnen kurzer Zeit einen neuen Job im Catering-Service gefunden.

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