Delmenhorst/Ganderkesee - Wer einer Einladung des Jobcenters grundlos und unentschuldigt nicht nachkommt, riskiert viel: Drei Monate lang werden ihm die Leistungen um zehn Prozent gekürzt. „Der Leistungsempfänger soll aktiv an seiner Eingliederung ins Arbeitsleben mitwirken“, begründet der neue Jobcenter-Geschäftsführer Hero Mennebäck das rigorose Durchgreifen der Behörde. Regelmäßig sind von den rund 10 500 Leistungsempfängern, die das Delmenhorster Jobcenter in Delmenhorst und der Nachbargemeinde Ganderkesee in seiner Kartei hat, gut 200 Kunden mit einer laufenden Sanktion belegt. Besonders die unter 25-Jährigen tun sich dabei hervor.
Für das Jahr 2013 hat sich das Jobcenter vorgenommen, die „schwierigen Fälle“ noch intensiver zu bearbeiten. Dazu zählen etwa die jüngeren Arbeitslosen mit Schul-, aber ohne Berufsabschluss, die einen Großteil der Langzeitbezieher von Arbeitslosengeld II ausmachen. Als solcher gilt, wer zwei Jahre lang mindestens 21 Monate arbeitslos war. Ihnen will das Jobcenter vermehrt betriebliche bzw. überbetriebliche Ausbildungen schmackhaft machen und setzt dabei auf das Entgegenkommen der örtlichen Wirtschaft. Für Eingliederungsleistungen und Beschäftigungszuschüsse will das Center in 2013 sechs Mio. Euro aufwenden. Das sind zwölf Prozent weniger als in 2012.
Wie das Jahr 2012 verlief, und was man sich für das begonnene Jahr 2013 vorgenommen hat, berichteten Mennebäck und die Abteilungsleiter der 120 Mitarbeiter großen Behörde während eines Pressegesprächs am Donnerstag. In 2012 hat das Jobcenter die zu Jahresbeginn mit der Bundesagentur ausgehandelten Ziele größtenteils nicht erreicht. Mennebäck nannte als Grund die zu Jahresbeginn zu positiv eingeschätzte konjunkturelle Entwicklung. Deutlich verbesserungsfähig ist die Kundenzufriedenheit. In einem Ranking mit 22 weiteren Jobcentern aus dem gesamten Bundesgebiet liegt Delmenhorst auf Platz 20. Besonders an der telefonischen Erreichbarkeit der Mitarbeiter gab es Kritik.
Gut schneidet das Job-Center hingegen bei der so genannten Prozessqualität (gemeint ist z.B. die Bearbeitungsdauer von Erstanträgen) ab. Hier liegt die Delmenhorster Behörde auf Platz 3.
