• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Delmenhorst

Meinung der Betroffenen zählt nicht

07.05.2016

Delmenhorst Walter Ritter, Anwohner der Lettow-Vorbeck-Straße in Annenheide, verfolgt die Diskussion um die Umbenennung der Straße mit Interesse. In einer Straße zu wohnen, die nach einem Mann benannt wurde, der am Völkermord im ehemaligen Deutsch-Ostafrika beteiligt war, ist die eine Sache. Aber gegen den Willen von 35 der rund 40 Anwohner einen neuen Namen durchzudrücken, verstößt gegen das Demokratieverständnis des EDV-Experten im Ruhestand. „Ich habe eine Liste gemacht, auf der sich die Gegner der Namensänderung eingetragen haben. Die Liste habe ich persönlich im Rathaus abgegeben.“

Im Vorfeld hätten die Anwohner der Straße Schreiben von der Stadt erhalten, in der sie um ihre Meinung zu der von der SPD-Fraktion angeregten Umbenennung der Stichstraße in Irmgard-Keun-Straße befragt wurden. Irmgard Keun war eine Schriftstellerin, deren Bücher von den Nazis verboten wurden.

Die Anwohnerbefragung wurde aufgrund einer Anregung des Ratsherrn Hermann Thölstedt (CDU) im März vom Bauausschuss beschlossen. In der Beschlussvorlage „Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Straße“ für die kommende Sitzung des Gremiums am Dienstag, 10. Mai (ab 17 Uhr im Rathaus, großer Sitzungssaal) wird mit keiner Silbe auf ihr Ergebnis eingegangen. Die Empfehlung der Verwaltung lautet nach wie vor, die Umbenennung der Straße auf den Weg zu bringen.

Von der SPD-Fraktionsvorsitzenden Andrea Meyer-Garbe war am Freitag keine Auskunft dazu zu erhalten, ob die SPD an einer Umbenennung festhalte. CDU-Fraktionschef Kristof Ogonovski indes hat eine klare Position. „Wir fühlen uns an die Entscheidung der Anwohner gebunden. Erst die Bürgerinnen und Bürger befragen und dann das Ergebnis ignorieren, das geht gar nicht!“, so Ogonovski.

Volker Wohnig von der Linksfraktion Pro Delmos und die Grünen-Ratsfrau Marianne Huismann haben am Freitag mitgeteilt, dass die Straßenumbenennung ihrer Meinung nach am Dienstag nicht behandelt werden sollte. Zunächst sollte man den grundsätzlichen Umgang mit Straßennamen wie Lettow-Vorbeck klären. Beide schlagen eine Überprüfung aller Delmenhorster Straßen sowie Zusatzschilder für alle Straßen mit „belasteten“ Namen vor, die über den Namensgeber aufklären.

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
Rufen Sie mich an:
04221 9988 3
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.