Delmenhorst - Zu Hause sitzen? Das genügt Doris Josquin (64) nicht. Trotz ihrer schweren Gehbehinderung ist die Ganderkeseerin gern und häufig auf Achse. Dabei hilft ihr ein behindertengerecht umgerüsteter Pkw-Kombi. „Im Auto bin ich gleich, es ersetzt mir die Beine“, sagt die ehemalige Rallyefahrerin. Und groß genug, einen Rollstuhl zu transportieren, ist so ein Kombi allemal.
Das Delmenhorster Gartencenter Arkenau am Niedersachsendamm fährt Doris Josquin häufig und gerne an. Zum einen, weil sie dort gerne Pflanzen für den Garten einkauft, aber vor allem, weil es dort spezielle Einkaufswagen gibt, die man vorne an den Rollstuhl klemmen kann. „Hier kann man bis auf wenige Ausnahmen gut durch die Gänge“, lobt sie. Zudem gebe es behindertengerechte Sanitäreinrichtungen, Eingangs-nahe Parkplätze für Menschen mit Behinderung und Rollatoren, die bei Bedarf ausgeliehen werden können.
Was aber, wenn jemand gehbehindert ist und der weite Weg durch das Gartencenter vom Eingang bis zur Kasse mit dem Rollator zu anstrengend ist? Seit Dienstag gibt es bei Arkenau auch dafür eine Lösung: ein hauseigener Rollstuhl, zwar nicht fabrikneu, aber überholt. Er kann bei Bedarf den Kunden, die nicht mehr so gut zu Fuß sind und für die der Weg mit dem Rollator zu anstrengend ist, zur Verfügung gestellt werden. Überreicht wurde er von Doris Josquin, gespendet von Michaela Cordes, Geschäftsführerin des Ganderkeseer Sanitäts-Fachgeschäftes GanderMed. „Wir finden das ganz toll“, sagt Gartencenter-Geschäftsführer Ralph Arkenau.
„Ich habe Frau Cordes einfach gefragt ,haben Sie einen Rollstuhl zu verschenken?‘“, erzählt die Ganderkeseer Gartenfreundin. Frau Cordes hatte einen zu verschenken. „Wir hoffen, dass andere Sanitätsgeschäfte das aufgreifen und weiterführen“, ist Josquins und Cordes’ Wunsch.
