Delmenhorst - Dr. Yavuz Özoguz, Gründer des Delmenhorster Vereins „Islamischer Weg“, fällt auf durch starke Worte und feine Differenzierungen. Israel sei zwar ein „Verbrecherstaat“, sagt er, doch das hieße nicht, dass er ein „Judenhasser“ sei. Nach dem noch nicht ausgestandenen Eklat um den letztlich nicht stattgefundenen Vortrag von Özoguz vor dem Kommunalpolitischen Arbeitskreis der FDP im Februar unternimmt der wohl bekannteste Delmenhorster Muslim einen zweiten Versuch und lädt im Alleingang zu einer Veranstaltung ein, die am kommenden Dienstag, 9. Juni, um 19.30 Uhr in der Markthalle beginnen wird. Unterdessen warten die wegen der geplanten Özoguz-Veranstaltung im Februar vom Parteiausschluss bedrohten Delmenhorster FDP-Oberen Tamer Sert und Claus Hübscher immer noch auf einen Termin beim Schiedsgericht der Landes-FDP.

„Es besteht eine gewisse Sorge gegenüber dem Islam“, sagte Özoguz gegenüber der NWZ  zu seinen Beweggründen, den Vortrag zu veranstalten. Im Unterschied zu der ursprünglich geplanten FDP-Veranstaltung werde es sich nicht um einen Frontalvortrag handeln, sondern um eine „offene Diskussionsrunde mit Nachbarn“ unter dem Titel „Islam in Deutschland und Delmenhorst“. Er trete „für ein friedvolles und konstruktives Miteinander“ ein und wolle Missverständnisse abbauen. Der Eintritt ist frei.