Delmenhorst - „Delmenhorst-Düsternort ist immer schon ein Ort des Ankommens gewesen“, meint Wencke Lüttich vom Nachbarschaftbüro Düsternort. So seien dort nach dem Zweiten Weltkrieg Vertriebene, Gastarbeiter oder Spätaussiedler aufgenommen worden. Heute sind es Menschen aus Syrien, Afghanistan oder Somalia, die als neue Nachbarn in den Stadtteil kommen. Um diesen Menschen zu helfen, unterstützen das Nachbarschaftsbüro und das Kinder- und Jugendhaus Horizont ehrenamtliche Mitarbeiter und bieten Begegnungsmöglichkeiten an. Am Dienstag bekamen die Helfer von der schwedischen Möbelhaus-Kette Ikea eine große Lieferung Möbel für das „Willkommen in Düsternort Café“ (WinD) gespendet.

„Über den persönlichen Kontakt mit Mitarbeitern des Nachbarschaftsbüros sind wir zu dem Entschluss gekommen, vor Ort etwas für die Flüchtlinge zu tun“, berichtet Martina Lange, die die Spendenaktion bei ihrem Arbeitgeber Ikea initiiert hat.

Stühle, Tische und Decken, 120 Handtücher, Regale, ein Sofa und sogar eine kleine Kinderküche brachte das Unternehmen mit mehreren Transportern in das WinD-Café an der Elbinger Straße 20. „Wir planen, hier bald neben den Sprachtreffs auch einen Mutter-Kind-Treff anzubieten. Deswegen sind viele der Möbelstücke auf Kinder zugeschnitten“, erklärt Wencke Lüttich. „Das ist sehr gut für die Kinder“, meint auch Hasoj Shota, die aus Albanien nach Delmenhorst gekommen war. Die Dankbarkeit und Freude über die Spende war den Asylbewerbern am Dienstag anzusehen. Während Shota gemeinsam mit der ehrenamtlichen Helferin Renate Krön einen Hocker zusammenbaute, montierten die Männer im Rekordtempo eine Vielzahl von Stühlen.

Franz-Josef Franke, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Delmenhorst/Oldenburg-Land, stellte fest: „Der Bedarf ist sehr hoch. Allein zum Flüchtlingstreff kommen dienstags und donnerstags bis zu 50 Teilnehmer.“ Die Möbel werden im Gebäude an der Elbinger Straße verbleiben, Gegenstände wie Decken oder Handtücher dürfen Flüchtlingsfamilien nach Hause mitnehmen.