Delmenhorst - Zu eng und nicht mehr den heutigen Ansprüchen und Erfordernissen genügend: Seit Jahren kämpft die Hasberger Feuerwehr um einen Neubau des Feuerwehrhauses. Zähe Debatten, ob nicht auch eine Erweiterung des bisherigen Feuerwehr-Domizils ausreichen würde, quittierten die Wehrmitglieder mit Austrittsdrohungen. Schließlich hatten sie die politische Mehrheit auf ihrer Seite. Im März beschloss der Delmenhorster Rat, die finanziellen Mittel für einen Neubau bereitzustellen. Und zwar für einen Neubau am Ort des bisherigen Feuerwehrhauses.
Letzter Punkt gilt seit Dienstag nicht mehr. Was in Teilen schon im Januar anklang und sich informell immer mehr verdichtete, ist jetzt auch offiziell von der Verwaltung bestätigt worden: Gegen eine Neubauplanung am alten Standort gibt es erhebliche Bedenken, sowohl was Größe und Zuschnitt des Grundstücks angeht, als auch wegen der Bodenbeschaffenheit. „Wir stehen an einem Scheideweg“, sagte Petra Gerlach, Leiterin des Verwaltungs-Fachbereichs für Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr, in einem Pressegespräch zum Thema am Dienstag im Rathaus, „wir gucken nach alternativen Standorten in Hasbergen.“
„Wir suchen nach einem neuen Standort, der sich optimaler gestalten lässt“, sagte am Dienstag Andreas Tensfeldt, Leiter des Fachbereichs Gebäude- und Immobilienmanagement der Stadtverwaltung. Ihm schwebt ein ebenerdiger Neubau auf einem größeren Grundstück vor. Kosten soll der Neubau dennoch nicht mehr als die bisher dafür veranschlagten 1,875 Mio. Euro – auch weil man bei eingeschossiger Bauweise Geld für Treppenhäuser und einen Fahrstuhl einsparen könne.
Am alten Standort habe man es nach hinten hinaus, Richtung Delmeufer, mit einem schwierigen Untergrund zu tun. „Da war früher ein Mühlteich, der mit irgendwas verfüllt wurde“, berichtete Tensfeldt. „Entweder müssten wir es sehr tief auskoffern oder den Neubau auf Betonpfähle gründen.“ Beides sei teuer. Der Standort sei überschwemmungsgefährdet. Außerdem verlaufe dort eine 20-Kilovolt-Stromleitung der EWE und eine große Wasserleitung des OOWV, beide müssten verlegt werden. Und der Ochtumverband verlange aus Gewässerunterhaltungs- und Hochwasserschutzgründen eine ausreichend breite, nicht überbaute Fläche entlang des Delmeufers, was die Parkflächen beschneide. Schließlich müsste man die Hasberger Wehr während des Abrisses und Neubaus für die Dauer von knapp zwei Jahren provisorisch an anderer Stelle unterbringen. Mit einem Baubeginn rechnet Tensfeldt im Lauf des Jahres 2015.
Wie die Zukunft des alten Feuerwehrhauses aussehen könnte, weiß man noch nicht. Eine Idee ist, es als Hasberger Dorfgemeinschaftshaus zu nutzen, eine andere, es zu veräußern. Seine Lage gilt als attraktiv.
