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NWZonline.de Region Delmenhorst

Oberbürgermeister: „Das ist unerträglich“

09.01.2015

Delmenhorst Auf einen Schlag hat sich die Zahl der erwiesenen Taten verzehnfacht: 30 weitere Morde hat der ehemals am Delmenhorster Klinikum beschäftigte Krankenpfleger Niels H. nach Angaben eines psychiatrischen Gutachters am Donnerstag vor dem Oldenburger Landgericht zugegeben. Die Taten soll Niels H. von 2003 bis 2005 an dem Delmenhorster Krankenhaus begangen haben. Bislang war Niels H. wegen dreier Morde und zweier versuchter Morde angeklagt.

Der Schock bei Menschen, deren Angehörige im Klinikum im Zuge von Reanimationen im fraglichen Zeitraum zu Tode kamen, sitzt tief. „Viele Familien werden sich fragen: Ist auch mein Angehöriger betroffen oder nicht? Das ist unerträglich“, sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz in einer ersten Stellungnahme. „Für das, was diesen Menschen angetan worden ist, habe ich tiefes Mitgefühl. Ich muss darauf vertrauen, dass die Justiz das lückenlos aufklären wird.“ In Kürze sollen die Exhumierungen möglicher Opfer beginnen in der Hoffnung, dass in den Leichnamen Spuren des Medikaments Gilurytmal nachgewiesen werden können. Mit dem überdosierten Herzmedikament hatte Niels H. seine Opfer zu Tode gespritzt.

Der Bürger, so Jahnz, müsse sicher sein, dass er im Falle eines Krankenhausaufenthaltes in Delmenhorst gut behandelt wird. „Die Leute fragen sich, wie es so weit kommen konnte.“ Zu eventuellen Schadenersatzforderungen, die auf das Klinikum im Falle des Nachweises von Versäumnissen zukommen könnten und den Fusionsprozess mit dem katholischen St.-Josef-Stift belasten könnten, wollte sich Jahnz nicht äußern. Noch am Donnerstagnachmittag wollte der Oberbürgermeister ein Gespräch mit der Klinikums-Geschäftsführung führen. Der Eindruck, dass das Klinikum im Moment mit dem Rücken zur Wand stünde, sei leider nicht von der Hand zu weisen, so Jahnz.

„Das Eine ist der zivilrechtliche Schaden. Das Andere der Reputationsschaden“, sagt Christian Marbach übers Klinikum. Der Ganderkeseer ist Enkel eines der bereits bestätigten Todesopfer und Vertreter der Nebenkläger. Auf die Stadtverwaltung, insbesondere auf Axel Jahnz, ist Marbach gar nicht gut zu sprechen. „Seit September versuchen wir, ein Gespräch zu organisieren – bis jetzt ohne Erfolg. Das Wort von Axel Jahnz gilt für mich nichts mehr. So geht man nicht mit Angehörigen um.“ Marbach schwebte eine außergerichtliche Einigung vor, „um Schaden vom Klinikum abzuwenden“. Die Angehörigen der Opfer wollten das Gefühl haben, dass das Klinikum auf ihrer Seite stünde. Das Gegenteil sei der Fall.

Als Klinikum-Justiziar nahm der Bremer Rechtsanwalt Erich Joester im Namen des Krankenhauses Stellung zu der Prozesswende. „Wir versuchen gemeinsam mit den Angehörigen aufzuklären, wer als Opfer in Frage kommen könnte. Die Angehörigen können Einblick in unsere Unterlagen nehmen.“ Joester bezweifelt, dass Niels H. nach so vielen Jahren seine Opfer noch lückenlos benennen kann. Dennoch: „Es wäre gut, wenn er sein Geständnis fortsetzt.“ ->   

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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