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NORDWOLLE: Pädagogen machen Museum interessant

04.02.2008

DELMENHORST Nurjim war ganz bei der Sache: Wie aus Wolle ein Faden entsteht, probierte die Sechsjährige mit Begeisterung aus. Gelegenheit dazu gab es beim Kindertag, zu dem der Förderkreis Industriemuseum Delmenhorst eingeladen hatte.

In der Nadelsetzerei des Museums herrschte am Sonntagnachmittag emsiges Treiben: Etliche Kinder ließen sich die verschiedenen Stationen der Wolleverarbeitung zeigen und machten selbst die Probe aufs Exempel. Wolle waschen und zupfen, kämmen, mit dem Spinnrad spinnen und den fertigen Faden aufwickeln: all das wurde in historischer Kulisse ausprobiert.

Aber nicht nur Kinder kamen auf ihre Kosten: Mit zahlreichen Fotos und Schautafeln dokumentierte der Förderkreis seine Aktivitäten in der zurückliegenden Zeit. Anlass für die Retrospektive ist das 20-jährige Bestehen des Vereins, der von ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Nordwolle sowie industriegeschichtlich interessierten Delmenhorstern mit dem Ziel aus der Taufe gehoben worden war, auf dem Areal der ehemaligen Norddeutschen Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei ein Industriemuseum zu etablieren.

Acht Jahre dauerte es, bis der Förderkreis sein Ziel erreicht hatte. Wäre die finanzielle Lage der Stadt Mitte der 90er-Jahre ähnlich prekär wie jetzt gewesen, wäre das Museum wohl ein Wunschtraum geblieben“, mutmaßt Franz Hellbernd, seit 2002 Vorsitzender des Förderkreises. Das 1996 eröffnete Fabrikmuseum wurde zehn Jahre später in „Nordwestdeutsches Museum für IndustrieKultur“ umbenannt – eine Bezeichnung, die laut Hellbernd der Bedeutung der Einrichtung deutlich besser gerecht wird.

Der Förderkreis hat sein Satzungsziel längst erreicht, ist deshalb aber nicht überflüssig geworden: Neben Öffentlichkeitsarbeit und Erforschung der Geschichte der Nordwolle bemüht sich der Verein darum, Mittel für Unterhaltung und Betrieb des Museums einzuwerben. Und ein besonderer Höhepunkt sind die jährlichen Museumsfeste – mit dem Treffen ehemaliger Mitarbeiter und den Aktionen für Kinder und Familien. Darüber hinaus bietet der Förderkreis museumspädagogische Ferienaktionen an. Für die Konzeption zeichnet seit Jahren die ehemalige Rektorin Ingrid Schimkönig verantwortlich.

Die Veranstaltungen zum 20-jährigen Bestehen gehen in dieser Woche zu Ende. Am Mittwoch, 6. Februar, sind speziell Pädagogen eingeladen, sich von 14 bis 17 Uhr über das museumspädagogische Angebot des Förderkreises vor Ort zu informieren. Zum Ausklang tritt dann am Freitag, 8. Februar, die Gruppe Flautango im Museum auf. Das Konzert unter dem Titel „Klassik trifft Tango“ beginnt um 20 Uhr.

Wolfgang Loest Redaktionsleitung / Redaktion Ganderkesee
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